Nach und nach sickern weitere für Faymann heikle Unterlagen rund um die Inseratenaufträge durch. Der Bundeskanzler spricht von "aufgebauschtem Unsinn". Doch gegen Faymann tauchen weitere Vorwürfe im Zusammenhang mit Medien-Kampagnen der Straßenbaugesellschaft Asfinag auf. "Vorwürfe ins Leere", so die Replik der beiden Regierungsmitglieder. ÖVP-Chef Spindelegger sieht hingegen "unglaublichen Aufklärungsbedarf". Die Parlamentsparteien einigen sich auf einen Mega-Untersuchungsausschuss zu Affären im staatsnahen Bereich. Auch die heiß diskutierte Inseratenvergabe soll dabei Thema sein.

Oktober 2011
Weitere Hinweise und Aktenvermerke kommen ans Licht der Öffentlichkeit. Die ÖVP fordert Aufklärung im "roten Medienskandal", die SPÖ spricht von einem "lachhaften Ablenkungsversuch". Unterdessen verhandeln die Regierungsparteien ein neues Medientransparenzgesetz, das die Inseratenvergabepraxis von Regierung, Ministerien, Körperschaften und staatsnahen Betrieben für die Öffentlichkeit transparenter macht und das gewisse Richtlinien für die Abwicklung von Werbekampagnen enthält.

Dezember 2011
Das Medientransparenzgesetz wird im Parlament beschlossen. Bundeskanzler Faymanns Neujahrsvorsatz lautet, künftig weniger Geld für Regierungsinserate auszugeben. Für das Medientransparenzgesetz gibt es Lob. "Ich sage Ihnen ganz offen, ich brauche keine Inserate für Wohlgefallen und ich kann in den Zeitungen, die ich lese, keinen Wohlgefallen erkennen", so der Kanzler.

Februar 2012
Die Staatsanwaltschaft befragt Bundeskanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer (beide S) zur Inseratenaffäre. Über die Inhalte der Befragung durch die Korruptionsermittler wird zunächst nichts bekannt.

März 2012
Die Staatsanwaltschaft Wien schließt ihre Ermittlungen gegen Faymann und Ostermayer ab. Ein Vorhabensbericht geht an die Oberstaatsanwaltschaft Wien. Ob von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen wird, das Verfahren einzustellen oder eine Anklage zu erheben, wird nicht mitgeteilt. Die FPÖ erhebt unterdessen neue Vorwürfe und übermittelt zum Themenkomplex Asfinag-Inserate weitere Unterlagen an die Staatsanwaltschaft. Medien berichten über Einvernahmeprotokolle von Befragungen ehemaliger ÖBB-Manager.

April 2012
Die Ermittlungen gegen Faymann und Ostermayer werden vorerst nicht eingestellt. Die Oberstaatsanwaltschaft Wien folgt zwar dem Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft, in dem die Verfahrenseinstellung vorgeschlagen wurde, in wesentlichen Teilen, hält aber weitere Erhebungen für notwendig. Ein Sachverständiger soll die ÖBB-Kampagne in der "Kronen Zeitung" überprüfen, den Werbewert erheben und feststellen, ob den ÖBB ein finanzieller Schaden entstanden ist. Faymann und Ostermayer sehen die Vorwürfe im Wesentlichen entkräftet.