KI ist nicht nur wegen Science-Fiction-Streifen wie Terminator oder Blade Runner mit Ängsten behaftet, die damit zu tun haben, Maschinen könnten sich gegen Menschen wenden. Entscheidend ist es daher, bereits beim Design anzusetzen, um diese Ängste zu entkräften. Mara ist aber vehement dagegen, dem mit einem möglichst anthropomorphen Design zu begegnen. "Man sollte Maschinen so designen, dass sie sofort als Maschinen identifizierbar sind", verwies sie auf ein als "uncanny valley" oder Akzeptanzlücke bezeichnetes Phänomen.

Dieses besagt, dass zu menschenähnliche Maschinen nicht Vertrauen, sondern Gänsehaut evozieren. "Sobald Roboter uns weismachen wollen, sie seien menschlich, wird es gruselig. Je näher uns die Roboter kommen, umso unangenehmer wird es." Mara knüpft an Roboter in der Pflege nicht die Hoffnung, dass diese den menschlichen Kontakt ersetzen, sondern im Gegenteil, dem menschlichen Pflegepersonal mehr Freiräume für Empathie in der täglichen Arbeit zu ermöglichen.

Humorige Fragen

Entsprechend von Vorsicht, aber auch von Humor geprägt waren die zahlreichen Fragen aus dem Publikum: "Werden wir es mögen, komplett von Robotern umgeben zu sein?" "Wann werden autonome Autos voll ausgerollt werden?" "Wird Android auf meinem Smartphone in fünf Jahren meinen Mühlviertler Dialekt verstehen?"

Antworten darauf konnte es verständlicherweise nur bedingt geben. Hochreiter verwies auf die Möglichkeit, einen geschützten Raum, eine Art Kindergarten für Autos zu schaffen, in der diese langsam das Verhalten auf Straßen und dem Menschen gegenüber erlernen können: "Auch Autos sollen einen Führerschein machen." Den breiten Markteintritt für autonome Fahrzeuge schätzt Hochreiter mit 2024 ein, Mara glaubt, dass es erst in 20 Jahren so weit sein wird. Was die Erkennung des Mühlviertler Dialekts betrifft? "Im Prinzip heute schon", sagte Hochreiter, das sei lediglich eine Frage, wie viel Feedback man dem Smartphone gebe.