Wien. Am Tag nach der Übergabe des Oskar-Kokoschka-Preises 2012 an Yoko Ono zeigte sich die Performance-Ikone überrascht über die Ehrung in Wien. "Ich hätte nie gedacht, dass ich den Kokoschka-Preis erhalten würde", so Ono. "Es sind alle so warmherzig hier. Die Leute verhalten sich, als wären sie alle meine Freunde - und das in einer Stadt, die ich sehr liebe", sagte die kokette 79-Jährige mit Hut und Sonnenbrille im Hotel Sacher bei einer Pressekonferenz.

Sie komme immer gerne nach Wien, so die Künstlerin. Nicht zuletzt ist das Hotel Sacher vertrautes Terrain für Yoko Ono, veranstaltete sie doch gemeinsam mit John Lennon im Frühjahr 1969 eines ihrer berühmten bed-ins in der Traditionsherberge. "Dieses Mal bleibe ich ein wenig länger und werde alle Museen mit meinen Freunden besuchen."

In jedem Falle sei der mit 20.000 Euro dotierte Kokoschka-Preis, welcher der Künstlerin am Donnerstag im Gartenbaukino von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nach einer Laudatio von Valie Export übergeben worden ist, eine besondere Ehre: "Ich habe gar nicht so viele Preise erhalten. Und Kokoschka ist nicht nur eine österreichische Ikone, sondern eine Ikone der Weltkunst. Er war immer ehrlich zu sich selbst, und das ist heute wichtiger denn je."

Ansonsten schweben der Konzeptkünstlerin für ihre Zunft durchaus höhere Weihen vor. "Alle Künstler sollten den Friedensnobelpreis erhalten. Die Kunstindustrie bringt die Menschheit voran - im Gegensatz zur Kriegsindustrie." Am Freitagabend leistete Ono dann einen persönlichen Einsatz für die von ihr gelobte "Industrie". Bei einem Fundraising-Dinner in der Kunsthalle Krems kalligraphierte die 79-Jährige zur Eröffnung der Ausstellung "Wunder. Kunst, Wissenschaft und Religion vom 4. Jahrhundert bis zur Gegenwart" im Rahmen einer Performance sieben Leinwände mit japanischen Schriftzeichen in schwarzer Tinte.