Im umkämpften Mali konnten die Regierungstruppen, die seit Freitag von Frankreich aus der Luft unterstützt werden, in der Nacht auf Montag strategisch wichtige Städte im Norden zurückerobern. Hingegen musste Frankreichs Verteidigungsminister die Eroberung der Stadt Diabaly, 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako, durch islamistische Rebellen bekannt geben.

"Wir wussten, dass es eine Gegenoffensive in Richtung Westen geben würde", sagte Le Drian dem Fernsehsender BFM. Die Islamisten hätten Diabaly, "eine kleine Stadt, nach heftigen Kämpfen und Widerstand durch die malische Armee" eingenommen. Zuvor hatte Le Drian versichert, insgesamt entwickle sich die Lage "günstig". Die Islamisten hätten die östliche Stadt Konna aufgegeben.

In der Nacht auf Montag hatten die Regierungstruppen die Islamisten aus Gao, Kidal und Timbuktu vertrieben, wie es aus Militärkreisen hieß. In Gao wurden laut Einwohnern am Sonntag mehr als 60 islamistische Kämpfer getötet. Malis Außenminister Tieman Hubert Coulibaly sagte, seit dem Beginn der Militäroffensive seien etwa hundert islamistische Kämpfer getötet worden.

Rebellen drohen mit Vergeltung

Abou Dardar, Sprecher der Rebellengruppe Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO), drohte Frankreich mit Vergeltung. Bereits am Samstag waren in Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen gegen Terroranschläge verstärkt und die Terrorwarnstufe auf den bisher höchsten Wert angehoben worden. Am Montag flog die französische Armee auch Angriffe auf Stellungen der Islamisten in der zentralmalischen Stadt Douentza. Malis Außenminister Tieman Hubert Coulibaly sagte, seit dem Beginn der Militäroffensive seien etwa hundert islamistische Kämpfer getötet worden.

Unterdessen kündigten die Tuareg-Rebellen im Norden Malis an, die französischen Soldaten in ihrem Kampf gegen die Islamisten unterstützen zu wollen. Ein Sprecher sagte, die Tuareg seien bereit, "die Arbeit am Boden" zu erledigen. Die säkularen Rebellen hatten Ende März gemeinsam mit den Islamisten den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht, wurden von diesen aber später vertrieben.

Frankreich, das zuvor ein direktes militärisches Eingreifen kategorisch abgelehnt hatte, hatte sich am Freitag in den militärischen Konflikt in Mali eingeschaltet, da die Islamisten immer weiter in Richtung der Hauptstadt Bamako vorrückten. Die Zeitung "Le Monde" berichtete am Montag, die Zahl von derzeit 550 französischen Soldaten in Mali werde in Kürze auf rund 2.500 gesteigert. Dänemark kündigte an, eine Herkules-Transportmaschine zur Unterstützung der Regierungstruppen entsenden zu wollen, auch Kanada will ein Transportflugzeug schicken. Logistische Unterstützung kündigten ebenso Großbritannien und Deutschland an.