ECOWAS entsendet Kampftruppen
Auch die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) beschloss die Entsendung von Kampftruppen, die eigentlich erst für Herbst vorgesehen gewesen war, um zuvor diplomatischen Bemühungen Raum zu geben. Eine endgültige Entscheidung über den Beginn der ECOWAS-Mission könnte noch am heutigen Montag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates bringen, die auf Wunsch Frankreichs einberufen wurde.

Ebenfalls diese Woche wollen auch die EU-Außenminister über den Start einer bereits beschlossenen EU-Ausbildungsmission in Mali beraten. Die Mission soll rund 240 Soldaten umfassen, die der Ausbildung der Regierungstruppen dienen sollen, eine direkte Beteiligung an den Kämpfen schloss ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Cathrine Ashton aus. Die Mission soll frühestens in der zweiten Februarhälfte starten.

Eine österreichische Beteiligung an dem Einsatz lehnt man im Verteidigungsministerium vorerst ab, wie Stefan Hirsch, Sprecher von Verteidigungsminister Norbert Darabos, sagte: "Wir denken derzeit nicht an einen Einsatz in Mali," so Hirsch.

Nato will sich noch nicht einmischen
Die NATO begrüßte den französischen Militäreinsatz, plant aber derzeit keine Unterstützung der Mission. "Frankreich hat schnell gehandelt, um die Offensive der terroristischen Gruppen in Mali zurückzudrängen", sagte NATO-Sprecherin Oana Lungescu. Die NATO sei grundsätzlich zur Unterstützung des Einsatzes bereit, habe aber noch keine entsprechende Anfrage Frankreichs erhalten, hieß es zudem.

Unterdessen warnte die Kinderhilfsorganisation "World Vision" angesichts der zunehmenden Rekrutierung von Kindersoldaten durch die islamistischen Rebellen, vor verheerenden humanitären Folgen. Mehr als tausend Kinder seien bereits als Soldaten im Einsatz, es sei Pflicht der internationalen Gemeinschaft, die Kinder und deren Familien in dem Konflikt zu schützen, hieß es am Montag in einer Aussendung.