Paris. Die malischen Islamisten haben Frankreich blutige Rache geschworen: "Stoppt eure Angriffe gegen uns oder ihr werdet das Grab eurer eigenen Kinder graben", so Ansar Dine, jene Gruppe, die in heftige Kämpfe mit französischen Truppen verstrickt ist. Auch aus Somalia kommen Drohungen gegen Frankreich. Die dort herrschenden Al-Shabaab-Milizen kündigten "bittere Konsequenzen" an. In Somalia hatten Spezialeinheiten versucht, eine französische Geisel zu befreien. Dabei kamen islamistische Kämpfer ums Leben.

In Paris nimmt man die Warnungen aus Afrika ernst: Es gilt Alarmstufe Rot, vorgesehen sind Maßnahmen, um "schweren Anschlägen vorzubeugen". Die Überwachung in großen Kaufhäusern wird verstärkt, die Sicherheitskräfte patrouillieren rund um Schulen, Verwaltungsgebäuden sowie religiöse und kulturelle Einrichtungen. In Bahnhöfen, Metro-Stationen und Flughäfen sind die Passanten zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert. Der Plan sieht außerdem die Absage von Großveranstaltungen vor.

Unterdessen wurde klar, dass der Versuch, eine französische Geisel in Somalia zu befreien, ein kompletter Fehlschlag war. Die Behörden in Paris haben zugegeben, dass ein zweiter französischer Soldaten bei der Aktion getötet wurde und die Geisel selbst nicht mehr am Leben ist.

Die Al-Shabaab-Milizen meldeten ebenfalls den Tod des zweiten französischen Soldaten, die Geisel selbst sei aber noch am Leben, so die Islamisten. Der französische Geheimdienstmitarbeiter namens Denis Allex war vor mehr als drei Jahren in Somalia von Islamisten gefangen genommen worden.

Der zweite tote Soldat ist schon in der Nacht vom Freitag zum Samstag im somalischen Buula-Marer erschossen worden. Bei der Aktion starben 17 Somalier, darunter einige Shabaab-Kämpfer. Der zweite getötete Soldat war von Frankreich ursprünglich als vermisst gemeldet worden.

Die Befreiungsaktion soll von den französischen Spezialkommandos einen Monat lang geplant worden sein. Sie wurde nach amerikanischen Angaben auch vom US-Militär technisch unterstützt. Amerikanische Kampfflugzeuge drangen in den somalischen Luftraum ein, um nachrichtendienstliche Hilfe zu leisten.