New York/Bamako. Durch die jüngsten Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Islamisten in Mali sind nach UN-Angaben rund 30.000 Menschen in die Flucht getrieben worden. Die Flüchtlinge wollten das Konfliktgebiet in Zentral- und Nord-Mali Richtung Süden zu verlassen, teilte der stellvertretende UN-Sprecher Eduardo del Buey in New York mit. Er zeigte sich besorgt über Berichte, nach denen Islamistengruppen Menschen an der Flucht aus dem Gebiet hinderten, das inzwischen auch Ziel französischer Angriffe ist. Die Zahl der Flüchtlinge könne deshalb noch deutlich höher sein.

Die malische Armee versucht seit vergangener Woche, einen Vormarsch islamistischer Kämpfer nach Süden zu verhindern. Am Freitag hatte Frankreich in den Konflikt eingegriffen. Die französische Armee geht seitdem unter anderem mit Luftangriffen gegen die Islamisten vor, die seit dem Frühjahr vergangenen Jahres weite Teile des Nordens kontrollieren.

Das westliche Nachbarland Mauretanien erklärte am Montag, dass tausende Menschen aus Mali auf dem Weg zur mauretanischen Grenze seien. Die Regierung in Nouakchott beorderte deshalb Soldaten an die Grenze, um diese abzuriegeln, wie es aus Militärkreisen in der mauretanischen Hauptstadt hieß. Auch der nördliche Nachbar Algerien schloss angesichts der Ausweitung des Konflikts seine Grenze, wie ein Sprecher des Außenministeriums in Algier bestätigte.