Nach dem Start der Bodenoffensive gegen die Islamisten im Norden Malis (Azawad) stellt sich Frankreichs Präsident François Hollande auf eine längere Auseinandersetzung ein. Sollte sich der Einsatz in dem westafrikanischen Land länger als vier Monate hinziehen, werde er verfassungsgemäß ein Votum des Parlaments einholen, sagte Hollande in Paris.

In der von Islamisten kontrollierten malischen Stadt Diabali lieferten sich französische Spezialtruppen Gefechte mit den Aufständischen. Im Osten des Konfliktgebiets in Mali sei der Einsatz erfolgreich, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem Sender RTL, im Westen sei die Lage schwieriger. Es werde ein "langer Kampf", an dessen Ende das Ziel stehe, dass Mali seine Souveränität zurückerlange.

Zuvor seien die Bodentruppen in der Hauptstadt Bamako stationiert gewesen, dann hätten sie sich in den Norden aufgemacht, vor allem, um Diabali rund 400 Kilometer nördlich von Bamako zurückzuerobern, sagte Le Drian. Dort lieferten sich französische Spezialtruppen Nahkämpfe mit den Islamisten. Auch nahe dem zentralmalischen Konna wurde am Boden gekämpft. Laut Le Drian sind derzeit 800 französische Soldaten in Mali im Einsatz. Die Zahl soll auf 2500 steigen.

Deutschlands Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte an, Deutschland wolle "unverzüglich" zwei Transall-Transportflugzeuge der Bundeswehr nach Mali entsenden. Diese sollten einen Einsatz der Westafrikanischen Staatengemeinschaft (ECOWAS) unterstützen, nicht aber Frankreich, das bereits Transporthilfe von anderen Staaten angeboten bekommen habe. Bisher sagten Belgien, Großbritannien, Kanada, Italien und die Niederlande Unterstützung zu.

Die ECOWAS-Eingreiftruppe soll 3300 Mann stark sein. Bereits in den kommenden zehn Tagen sollten etwa 2000 westafrikanische Soldaten in Bamako eintreffen, verlautete am Mittwoch aus Kreisen der ECOWAS. Über offizielle Beschlüsse zur Entsendung von Truppen wurde etwa aus dem Senegal, dem Niger und dem Tschad berichtet.

Es herrsche "hoher Zeitdruck", sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der Elfenbeinküste und ECOWAS-Vorsitzenden, Alassane Ouattara, in Berlin. Ein Votum des Bundestags hält sie derzeit nicht für erforderlich. Ouattara forderte "alle Europäer" auf, den französischen Einsatz in Mali zu unterstützen.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte bei einem Besuch in Rom, der Einsatz in Mali sei "kein französischer Krieg, sondern es braucht eine internationale Anstrengung".

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