Algier/Bamako/Paris. Die Geiselnahme in Algerien hat sich zu einem blutigen Drama entwickelt. Am Abend gab die algerische Regierung den Abschluss einer Befreiungsaktion bekannt.  Nach Angaben aus algerischen Sicherheitskreisen wurden bei dem Befreiungsversuch der algerischen Armee insgesamt 30 Geiseln getötet, die sich in der Hand islamistischer Terroristen befanden. Dabei handle es sich um acht Algerier, zwei Japaner, zwei Briten und einen Franzosen sowie um Angehörige weiterer Nationen. Außerdem seien elf Islamisten getötet worden, darunter deren Anführer.

Die Angaben wurden jedoch nicht von der Regierung bestätigt.

Bei der Aktion gegen das Terrorkommando wurden Hubschrauber und Bodentruppen eingesetzt. Die Geiseln waren am Mittwoch auf einem Gasfeld von einer der Al-Kaida im Maghreb (AQIM) nahestehenden Gruppe genommen worden, um ein Ende der französischen Militärintervention in Mali und die Freilassung von Gefangenen zu erpressen. Die Geiselnehmer haben dabei gezielt ihre westlichen Gefangenen ins Visier genommen und mit deren Tötung gedroht. "Die Terroristen haben uns gleich von Anfang an gesagt, dass sie Muslimen nichts antun würden", sagte ein befreiter Algerier namens Abdelkader in einem Telefon-Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei ihnen nur um "Christen und Ungläubige" gegangen. "'Wir werden sie töten', sagten sie."

Der französische Präsident François Hollande sagte, die Geiselnahme rechtfertigt "noch mehr" das militärische Eingreifen seines Landes in Mali. Es gehe dabei darum, eine "terroristische Aggression" zu beenden.

Österreicher unter den Geiseln

Unter den Gekidnappten befand sich auch ein 36-jähriger Niederösterreicher. Der 36-Jährige war im Land für eine Ölfirma tätig. Für welche Firma der Entführte arbeitet, wollte das Außenministerium nicht bekannt geben. Laut Medienberichten waren neben der britischen BP, auch der norwegische Ölkonzern Statoil sowie der japanische Konzern JGC Corp. auf dem In Amenas-Ölfeld tätig.

Erpressung

Die Islamisten wollten mit der Geiselnahme offenbar die Freilassung von Inhaftierten erpressen. Das scheiterte aber an der unnachgiebigen Haltung der algerischen Regierung und des Militärs, das auf einen zehnjährigen Bürgerkrieg mit den Fundamenstalisten zurückblickt.