"Mit Islamisten kann man nicht reden", sagt Kone. - © schmoe
"Mit Islamisten kann man nicht reden", sagt Kone. - © schmoe

Mamadou Kone ist in Bamako geboren und hat lange Zeit in Mali gelebt. Seit 18 Jahren ist er in Österreich. Die "Wiener Zeitung" hat mit dem Leiter des "Timbuktu Zentrums", einem Verein für Politik, Kultur und Bildung, gesprochen.

"Wiener Zeitung":Wie gefährlich sind die Islamisten in Mali? Werden sie den ganzen Maghreb mit Terror überziehen?

Mamadou Kone: Mit diesen Leuten muss man extrem vorsichtig sein. Man weiß nie, wie und wann sie angreifen werden. Ein totales Terror-Szenario ist möglich. Jedes betroffene Land, Algerien, Mauretanien, Niger, muss seine eigene Strategie zur Bekämpfung organisieren.

Was halten Sie von der Intervention der Franzosen in Ihrer Heimat?

Das ist mutig und legitim. Aber es wäre schade, wenn Frankreich den Kriegseinsatz in Mali alleine bewältigen müsste. Die einzelnen Staaten der Europäischen Union sollten schauen, inwieweit sie - nicht nur logistisch - Frankreich helfen können.

Sind Sie sicher, dass die Franzosen wissen, was sie da tun?

Ich habe ein gutes Gefühl, ja.

Glauben Sie, dass die afrikanischen Ecowas-Soldaten, die jetzt nach Mali kommen, stark genug sind, um die Islamisten im Norden zu besiegen?

Die afrikanischen Soldaten brauchen Unterstützung und Training. Sie müssen an den europäischen Waffen geschult werden.

Die EU schickt jetzt Ausbilder...

Das freut mich sehr.

Wie lange wird es dauern, bis die malische Armee so fit ist, dass sie die Islamisten eigenständig bekämpfen kann?

Ich glaube, das ist ein langsamer Prozess. Es sollte nicht hastig gemacht werden.

Beobachter meinen, dass man die Krise in Mali rein militärisch nicht lösen könne. Ist eine politische Lösung überhaupt möglich?

Die Islamisten wollen die Scharia in Mali, da gibt es nichts zu diskutieren, niemand in Mali will das. Worüber also reden?

Hat man vielleicht auf europäischer Seite zu lange mit einem Eingreifen gewartet? Ist jetzt der Konflikt in einem Stadium, in dem er nicht mehr kontrolliert werden kann?

Jetzt ist es eine Bedrohung für ganz Westafrika, mit diesen Leuten kann man nicht diskutieren.

Käme eine Teilung des Landes in einen Süden und einen Tuareg-Norden für Sie in Frage?

Diese Frage stellt sich nicht. Mali war eine Einheit und wird immer eine Einheit sein. Ich bin aber durchaus auch für regionale Diversität.