Paris/Bamako. In Mali haben islamistische Rebellen vor ihrer Flucht aus der antiken Stadt Timbuktu eine Bibliothek mit unschätzbaren alten Handschriften in Brand gesetzt. Im neu gebauten Ahmed-Baba-Institut wurden mehr als 20.000 Mansukripte aufbewahrt, einige der Handschriften stammen aus dem 13. Jahrhundert, wie der Bürgermeister der Stadt mitteilte.

Die französische-malischen Truppen kontrollieren nach einer Boden- und Luftoffensive in der Nacht auf Montag den Flughafen Timbuktus sowie die Zugangsstraßen zur Stadt. Die gesamte Niger-Schlinge zwischen Timbuktu und dem bereits am Samstag eroberten Gao steht nun unter Kontrolle der malisch-französischen Allianz, verlautete am Montag die französische Armeeführung.

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Dossier Mali
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Auch in der Innenstadt befänden sich bereits einige französische und malische Soldaten, das gesamte Gebiet Timbuktus sei jedoch noch nicht unter Kontrolle, präzisierte ein Mitglied eines malischen Aufklärungstrupps. Die Islamisten hätten vor ihrer Flucht noch zahlreiche Häuser niedergebrannt.

Timbuktus ist wegen seiner zahlreichen Mausoleen Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Islamistische Rebellen zerstörten vergangenes Jahr einen Großteil der antiken Bauwerke.

"Befreiung Schritt für Schritt"

Mali wird nach Einschätzung des französischen Außenministers Laurent Fabius dank des von Frankreich geführten Militäreinsatzes gegen islamistische Rebellen Schritt für Schritt befreit. Der Außenminister warnte am Montag im Fernsehsender France 2 aber davor, dass bewaffnete Kämpfer der islamistischen Allianz im Norden Malis sich nun verstecken und später zurückkehren könnten.

"Die Terrorgruppen verfolgen die Strategie des Rückzugs", sagte Fabius. "Einige von ihnen könnten in den Norden zurückkehren." Ob sich Frankreich dann an einem erneuten Militäreinsatz in dem westafrikanischen Land beteiligen würde, ließ er offen.

EU zahlt 50 Millionen Euro

Die Europäische Union will sich mit 50 Millionen Euro am afrikanischen Militäreinsatz in Mali (Afisma) beteiligen. Offiziell will sich die EU-Kommission bei der für Dienstag geplanten internationalen Geberkonferenz in Äthiopien dazu verpflichten, sagte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Mit dem Geld würden jedoch keine Waffen gekauft, sondern Transporte, medizinische Hilfe und ähnliches finanziert. Welche Summe insgesamt für die Operation gebraucht wird, ist unklar. "Die bisher genannte Summe von 400 Millionen Dollar (297 Millionen Euro) scheint aber realistisch", sagte Piebalgs.