Mit dem Vordringen der malischen Truppen in den von Islamisten beherrschten Norden des Landes ist es Berichten zufolge unter anderem zu gewaltsamen Übergriffen und Plünderungen gekommen, die sich gegen Angehörige der Tuareg und arabischstämmige Bewohner der Region richteten.

Die EU-Außenminister begrüßten die Annahme eines politischen Fahrplans durch das malische Parlament, der unter anderem Wahlen Ende Juli vorsieht. Dieser Schritt ermögliche die schrittweise Wiederaufnahme von Hilfszahlungen an das Land.

Bedingungen für politische Lösung
Der malische Übergangspräsident Dioncounda Traore will als Gesprächspartner für eine politische Lösung nur die MNLA akzeptieren, die säkulare Separatisten-Bewegung der Tuareg. "Die einzige Gruppe, mit der wir uns heute Verhandlungen vorstellen könnten, ist sicher die MNLA", sagte Traore dem französischen Radiosender RFI. Voraussetzung sei allerdings, dass die Rebellen ihre Gebietsansprüche aufgäben. Verhandlungen mit islamistischen Rebellen, die Kontakte zu Al-Kaida unterhalten, lehnte Traore ab. Die einzige Lösung für die Al-Kaida-nahe Gruppe Ansar Dine sei, der Anwendung des islamischen Rechts abzuschwören.

Die islamistischen Rebellen haben in den vergangenen Wochen ihre Stützpunkte in den großen Städten des Nordens vor dem Einrücken der alliierten Truppen meist kampflos aufgegeben. Militärexperten befürchten, dass es die Strategie der Islamisten sei, mit einem Guerillakampf in dem weiten Wüstenland den Konflikt fortzusetzen.

Bei einem Anschlag auf die malischen Truppen im Norden Malis sind nach Militärangaben vier Soldaten getötet und fünf andere verletzt worden. Ein Militärfahrzeug der malischen Nationalgarde sei am Donnerstag zwischen den Städten Gao und Gossi auf eine Mine gefahren, sagte der Sprecher der malischen Armee, Modibo Traore, der Nachrichtenagentur dpa in Bamako.

Spindelegger will österreichische Beteiligung
Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) forderte unterdessen am Donnerstag beim EU-Außenministerrat neuerlich, dass sich Österreich an der EU-Mission in Mali beteilige.

Österreich dürfe bei der EU-Mission in Mali nicht fehlen, so Spindelegger. Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) forderte er auf, bis nächsten Dienstag klarzustellen, wie viele bereit seien, daran teilzunehmen. Von 240 Mann insgesamt, die die EU-Mission benötige, müsse es zumindest möglich sein, fünf Soldaten aus Österreich aufbringen zu können. Es gehe auch lediglich um eine Trainingsmission zur Ausbildung malischer Soldaten und nicht um eine Beteiligung an Kampfhandlungen. Angesprochen auf Aussagen von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), wonach ein Einsatz nur nach Beendigung der Kampfhandlungen möglich sei, meinte er: "Man kann nicht warten, bis alles vorbei ist. Das haben wir schon vorher gewusst."