Bamako/Paris. Drei Wochen nach Beginn des französischen Militäreinsatzes in Mali ist Frankreichs Staatschef Francois Hollande am Samstag zu einem Besuch in dem westafrikanischen Land eingetroffen. Hollande landete im zentralmalischen Sevare, von wo aus er mit Malis Übergangspräsident Dioncounda Traore in die historische Stadt Timbuktu weiterreisen will. In Timbuktu, das französische Soldaten erst vor wenigen Tagen von islamistischen Gruppen zurückerobert hatten, will Hollande den französischen Militärs für ihren Einsatz danken und die zum Weltkulturerbe gehörende Djingareyber-Moschee besuchen.

Zum Abschluss der eintägigen Reise ist in der Hauptstadt Bamako ein Arbeitsessen geplant. Hollande wird von Außenminister Laurent Fabius, Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian und Entwicklungsminister Pascal Canfin begleitet. Frankreich hatte am 11. Jänner militärisch in Mali eingegriffen, um einen Vormarsch der Islamisten zu verhindern, die den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

US-Verteidigungsminister würdigte französische Erfolge in Mali
US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat die Erfolge der französischen Streitkräfte bei ihrem Einsatz gegen Islamisten im Norden Malis gewürdigt. Die französischen Truppen hätten in kurzer Zeit "enorme Fortschritte" erzielt, sagte Panetta am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP: "Sie sind viel schneller vorgerückt, als wir erwartet hatten."

Die Herausforderung liege nun darin dafür zu sorgen, dass sich die Sicherheitslage nicht wieder verschlechtere. Es werde "einige Arbeit" kosten, eine Überlastung der französischen Truppen zu vermeiden, die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten und bei einem allmählichen Abzug dafür zu sorgen, dass afrikanische Truppen die Positionen übernähmen.

Frankreich hatte am 11. Jänner militärisch in Mali eingegriffen, um einen Vormarsch der Islamisten zu verhindern, die den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Seither eroberte die malische Armee mit französischer Unterstützung zahlreiche Gebiete von den Islamisten zurück. Am Samstag reist der französische Staatspräsident Francois Hollande zu einem Besuch nach Mali.

Panetta wies Gerüchte zurück, wonach die USA Frankreich nur zögernd logistische Unterstützung bei ihrem Mali-Einsatz lieferten. Es gebe keinerlei Widerstand in der US-Regierung dagegen, Frankreich zu helfen, weil die hinter den Islamisten in Mali vermutete Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) "ein Feind der Vereinigten Staaten" sei, betonte der Verteidigungsminister. Es sei der richtige Schritt, durch den Einsatz in Mali "sicherzustellen, dass sie dort keine Operationsbasis einrichten können, um Europa oder die USA anzugreifen". Dabei seien auch die afrikanischen Staaten gefragt.

Die Regierung in Washington fürchtet einen zunehmenden Einfluss von radikalen Islamisten und Verbündeten von Al-Kaida in der Sahara-Region. Neben dem Konflikt in Mali führten der tödliche Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Benghazi im September und die blutige Geiselnahme auf einer Gasförderanlage in Algerien Mitte Jänner die wachsende Bedrohung vor Augen.