Brüssel/Bamako/Wien. (vee/schmoe) Erst betonte der französische Präsident François Hollande bei seinem eintägigen Aufenthalt Ende letzter Woche in Mali, Frankreich wolle dem Land auch künftig beistehen. "Wir sind an Ihrer Seite", sagte er in der Hauptstadt Bamako. Der Einsatz der französischen Armee - diese kämpft seit drei Wochen zusammen mit malischen Regierungstruppen gegen Islamisten im Norden des Landes - sei eine Verpflichtung gewesen, um "Menschlichkeit, Integrität und Stärke" in dem Land wiederherzustellen. Gleichzeitig bekräftigte Hollande aber, Frankreich habe nicht die Absicht, in Mali zu bleiben.

Über der Zukunft eines der ärmsten Länder der Welt schwebt weiter ein Fragezeichen. Auch wenn die Islamisten fast ohne Gegenwehr aus dem Norden vertrieben wurden, glauben die wenigsten, dass es damit getan ist. Es ist ein erster Etappensieg, nicht mehr.

Nun beginnt die Suche nach Wegen und Mitteln, die militärischen Erfolge langfristig abzusichern. Die Vereinten Nationen, die Afrikanische Union sowie die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas haben zur Abstimmung weiterer Schritte eine Mali-Konferenz einberufen. Am Dienstag diskutierte die internationale Gemeinschaft weitere Hilfen für das westafrikanische Land. Vertreter von 45 Staaten und internationalen Organisationen - die EU war Gastgeber und einer der Teilnehmer - besprachen die militärische, politische und humanitäre Lage in Mali.

Ein erster Etappensieg für den malischen Staat. - © ap
Ein erster Etappensieg für den malischen Staat. - © ap

Mali benötigt dringend Unterstützungszusagen. "Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft weiterhin mobilisiert bleibt", sagte der malische Außenminister Tieman Hubert Coulibaly in Brüssel. Sein Land erwarte, dass vor allem die finanzielle Hilfe für die afrikanische Mali-Truppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas und für die Streitkräfte Malis sich konkretisiere. Ohne diese Zusage wäre nach einem Abzug der Franzosen die Sicherheit wohl kaum aufrechtzuerhalten. Die Ecowas-Mission läuft gerade erst langsam an. Sie soll auf 8000 Mann anwachsen und auf Dauer Frankreich ablösen sowie die malischen Streitkräfte unterstützen.

EU-Diplomaten erwarteten von der Konferenz jedoch keine großen Durchbrüche oder wichtige Beschlüsse. "Wenn ein Staat auseinanderbricht, braucht es Zeit, ihn wieder aufzubauen", sagte ein EU-Vertreter am Montag in Brüssel. "Es wird Jahre brauchen, dieses Ziel zu erreichen." Dies sei eine politische Aufgabe. "Ich hoffe, dass wir aber nur Monate brauchen, um dafür ein sicheres Umfeld zu schaffen."