Bamako. Die Stadt Gao in Mali war am Montag Schauplatz heftiger Gefechte: Die französische Armee hat ein von Islamisten genutztes Kommissariat bombardiert. Das Gebäude sei am Morgen von einem Armeehubschrauber aus beschossen worden, berichteten Augenzeugen. Um das Gebäude sollen die Überreste zahlreicher Leichen gelegen sein. Zudem gab es Berichte, im Inneren des Gebäudes habe sich ein Islamist in die Luft gesprengt. Unklar war, ob sich der Anschlag vor oder nach der Bombardierung ereignete.

Auch die malische Armee hat am Montag in Gao islamistische Rebellen gejagt und Razzien von Haus zu Haus durchgeführt. Zudem haben sowohl die französische als auch die malische Armee ihre Stellungen in Gao verstärkt.

Das Vorgehen der malischen und französischen Streitkräfte ist die Antwort auf eine Offensive der Islamisten: Die Rebellen haben in den vergangenen Tagen in Gao zwei Selbstmordattentate verübt, wobei zwei malische Soldaten verletzt wurden. Zudem haben die Gotteskrieger in der Sahara gelegenen Stadt immer wieder aus Hinterhalten Soldaten der malischen und französischen Armee angegriffen.

Die Ereignisse in Gao sind laut Beobachtern ein Alarmsignal: Die französische Armee war am Beginn ihrer Militärintervention in Mali noch auf wenig Widerstand gestoßen und hatte von Islamisten kontrollierte Regionen relativ problemlos erobert. Doch nun setzen die Gotteskrieger offenbar auf eine Guerillataktik, verwickeln Frankreichs und Malis Armee in Straßenkämpfe und begehen Attentate. Jakkie Cilliers vom südafrikanischen "Institute for Security Studies" sagte, es gebe keine Zweifel, dass die Islamisten Schwachstellen finden würden. "Jetzt wird alles kompliziert und schwierig", sagte er.

Frankreich möchte eigentlich im März mit dem Rückzug seiner Truppen aus Mali beginnen und die Sicherheitsoperation an ein Kontingent der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas übergeben, das insgesamt 8000 Mann umfassen soll. Sollten aber die Islamisten ihren Guerillakampf ausweiten und wieder erstarken, könnte das diesen Zeitplan durcheinander bringen.