Bamako/Paris. Islamisten und afrikanische Soldaten haben sich am Donnerstag in Gao im Nordosten Malis schwere Gefechte geliefert. Die Kämpfe erfolgten in der Nähe des Rathauses und des Justizpalastes im Zentrum von Gao, aber auch am nördlichen und am südlichen Zugang zur Stadt, wie eine Reporterin berichtete. Bei den Gefechten geriet der Justizpalast in Brand. Der größte Markt der Stadt war geschlossen, die Straßen waren menschenleer. In der Nacht auf Donnerstag waren schwere Schusswechsel zu hören gewesen.

In der Nacht hätten zunächst nigerianische Soldaten gegen die Islamisten gekämpft, verlautete aus der malischen Armee. Am Mittag hätten dann malische Soldaten "etwa 40 Islamisten" gegenübergestanden, die aus Dörfern in der Nähe von Gao gekommen seien. "Unsere Truppen stehen derzeit beim Rathaus von Gao Jihadisten gegenüber", sagte der malische Offizier Amadou Diarra.

Gao liegt 1.200 Kilometer nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako. Die Stadt befindet sich in dem Teil von Mali, der im vergangenen Jahr von Islamisten besetzt worden war. Am 26. Jänner brachten französische und malische Soldaten die Stadt unter ihre Kontrolle. Am 8. und 9. Februar wurden in Gao dann die ersten Selbstmordanschläge in der Geschichte Malis verübt. Es folgten heftige Straßenkämpfe. Die nigerianischen Soldaten gehören einer Friedensmission der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS an.

Eine Autobombe sei im Norden Malis, in der Stadt Kidal, explodiert, sagten unterdessen ein lokaler Journalist und eine Quelle im französischen Verteidigungsministerium in Paris. Der Journalist in Kidal gab an, ein Landcruiser sei in einem Hof ​​in einer abgelegenen Gegend explodiert. Er sagte, eine Person sei getötet und eine weitere verletzt worden.