Horn/Wien. Der Tod eines Rekruten der Garde in Horn ist auf Überhitzung des Körpers zurückzuführen. Vorbehaltlich weiterer Untersuchungen gebe es keinen Hinweis auf eine relevante bakterielle Erkrankung des Grundwehrdieners, teilte Franz Hütter, Sprecher der Staatsanwaltschaft Krems, am Dienstagnachmittag auf Anfrage zum Obduktionsergebnis mit.

Die Überhitzung des Körpers habe zu Herzstillstand geführt. Etwaige Vorerkrankungen des Rekruten werden laut Hütter noch untersucht.

Dietmar Rust, Sprecher des Verteidigungsministeriums, nahm zu einem "Falter"-Bericht Stellung. Bei einem Fehlverhalten, wenn etwa "ein Ausbildner über das Ziel hinausschießt", wie es die Stadtzeitung beschreibt, werde es "keine Toleranz" geben, sagte Rust.

Rettung nicht sofort verständigt

Der Vater eines Kameraden des ums Leben gekommenen Rekruten hat in einem Interview u.a. geschildert, dass sich der Grundwehrdiener "während des Marsches schlecht gefühlt" habe. Nachdem er zusammengebrochen war, sei "nicht sofort die Rettung verständigt" worden. Seinem Sohn sei es "wichtig, dass die Zustände in dieser Kaserne (Horn, Anm.) ans Licht kommen", so der Mann im "Falter"-Gespräch.

"Hier wird offensichtlich nicht auf das Leben der jungen Männer geachtet", wird der Vater weiter zitiert. Bei einer Übung am Tag vor dem Todesfall sollen "mehr als 20 Männer" in Ohnmacht gefallen sein. "Niemand beschwert sich! Die Burschen werden vom ersten Tag an eingeschüchtert und drangsaliert. Und wehe einer wagt es, gesundheitliche Probleme anzusprechen."

Rekrut klagte über Schwindel

Nach einem Stationsmarsch ist vergangene Woche ein 19-jähriger Rekrut in Horn im Krankenhaus gestorben. Der junge Mann hatte während der Ausbildung am Garnisonsübungsplatz der niederösterreichischen Kaserne über Schwindel geklagt. Das Bundesheer setzte eine Unfallkommission zur genauen Untersuchung des Vorfalles ein.

Der Kommandant habe, hieß es in einer Aussendung des Verteidigungsministeriums, sofort Erstmaßnahmen eingeleitet. Der junge Mann - er stand im ersten Ausbildungsmonat - wurde in die Kaserne gefahren, verlor aber am Weg das Bewusstsein. Nach Eintreffen des bereits verständigten Notarztes wurde er in das Krankenhaus eingeliefert. Trotz aller Rettungsmaßnahmen starb der Soldat am frühen Abend.