Oder, wenn man es nicht übers Herz bringt, ins Lager. Wie etwa die Garderobe von Renate Marie Werdung. Sie hat sich ihr Selfstorage-Abteil als begehbaren Kleiderschrank eingerichtet. Dort lagert ihre umfangreiche Abendgarderobe. Einzelstücke, etwa von Fred Adlmüller, kann man ebenso in der Schau besichtigen.

Und dann sind da noch jene, die ihre Familiengeschichte auslagern. Den Biedermeierschrank, die alten Erbstücke, das Archiv mit alten Dokumenten. Was für ein Frevel wäre es, das alles dem Vergessen anheimfallen zu lassen? So kann man etwa eine alte Blecheisenbahn aus 1900 genauso gut lagern, wie seltene, alte Platten von Jimi Hendrix. Florian Franke-Petsch lagerte bis vor kurzem seine Sammlung an Alltagsgegenständen aus den Zeiten der DDR. Die Ernennung zum Leutnant der Nationalen Volksarmee samt entsprechenden Orden stehen dort genauso wie eine metallene Lenin-Büste.

Mehr Essay als Austellung

Und was passiert, wenn der Inhaber stirbt oder die Miete nicht mehr bezahlt? Das kann man sich auf einem der zahlreichen Bildschirme bei einer Folge der US-TV-Serie "Storage Wars" ansehen, wo der Inhalt aufgegebener Lagerabteile an habgierige Schnäppchenjäger versteigert wird.

Es ist eine kleine, aber eindrucksvolle Schau, die das Wien Museum hier zusammengetragen hat. Eigentlich mehr Reflexion als Ausstellung. Ein materialisierter Essay über das Sammeln und Loslassen von Gegenständen und den Einfluss, den sie auf unser Leben haben. Und trifft somit voll den Nerv der Zeit. Empfehlung!