Im Ausstellungsbereich "zügellose Schutzhütten" wird dem Besucher anschaulich vor Augen geführt, wie die Zeitschrift "Playboy" Räume der Lust in den 1960er und 70er Jahren neu definierte. Architekten wie Frank Lloyd Wright, John Lautner oder Ant Farm erbauten nicht nur "Playboy"-Häuser. Auch das Innendesign dieser fantastisch-modernen Orte musste Begierde hervorrufen.

Wie die Orte aussehen müssen, um Frauen zu verführen, zeigt die Ausstellung nicht nur anhand von Playboy-Reportagen, sondern auch mit Modellen und vor allem James-Bond-Filmen, in denen Sean Connery als 007 in jenen "Playboy"-Häusern Frauenherzen bricht. Wie unterschiedlich Architekten und Designer "Orte der Lust" im Laufe der Zeit interpretieren, kommt besonders deutlich im direkten Vergleich zwischen der Reproduktion des runden Liebes-Arbeits-Betts von Playboy-Gründer Hugh Hefner und den sinnlich gestalteten Schlafzimmern von Adolf Loos und Carlo Mollino zum Vorschein.

Dass es sich bei Orten der Begierde aber auch um ganz normale Orte, um das eigene, normale Heim handeln kann, zeigen Larry Sultan und Kohei Yoshiyuki in ihren jeweiligen Fotoserien "The Valley" und "The Park".

Doch hiernach geht es ans Eingemachte, ans Pornografische. Im letzten Ausstellungsteil "Sexografías" wendet sich die Ausstellung immer mehr von der Architektur ab und gleitet in die virtuellen Räume und den Cybersex ab. Pol Esteve untersucht in seinen Videoinstallationen den Effekt von Musik, Licht und Drogen auf die sexuelle Lust. Die Sex-Kabinen von Esther Fernández, zu denen Museumsbesucher unter 18 Jahren wegen der gezeigten 70er-Jahre Pornos keinen Zutritt haben, zeigen noch, wie sich das Geschäft mit dem Sex auf die Architektur von Sex-Kinos auswirkte.

Doch wie die Sex-Kinos aussterben und der Porno-Konsum sich ins Internet verlegt, so zeigen auch die Video-Installationen und XXX-Boxes von Künstlern wie Yann Mihn, wie sich die mit Steinen und Beton gebauten Bordelle, De Sades Lustschlösser, Darkrooms und Sex-Kinos in virtuelle Räume und telepathische Ekstasen verwandeln - in denen nach wie vor das selbe passiert.