Peter Assmanns Bestellung wurde von einem italienischen Gericht gekippt. - © apa/Rubra
Peter Assmanns Bestellung wurde von einem italienischen Gericht gekippt. - © apa/Rubra

Rom/Mantua/Wien.Der italienische Kulturminister Dario Franceschini liest in einem Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Freitag den italienischen Gerichten die Leviten: Was sie entschieden hätten, sei ein Schaden für das internationale Ansehen Italiens und ein Skandal.

Was war geschehen? - Ein Verwaltungsgericht in Rom hat die Wahl von fünf der 20 vom Kulturministerium 2015 im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs ernannten Museumsdirektoren für nicht rechtskonform erklärt. Von diesem Urteil ist auch der österreichischen Kulturmanager Peter Assmann (53) betroffen, der dadurch von heute auf morgen von der Leitung des Palazzo Ducale in Mantua entbunden wurde, mit der er 2015 betraut worden war.

Die ganze Sache ist umso blamabler für das internationale Ansehen Italiens, als es sich bei den Direktoren, denen das Gericht die Rechtmäßigkeit der Bestellung aberkannte, um Nicht-Italiener handelt. Ins Rollen gebracht hat den Fall die Beschwerde einer übergangenen Bewerberin.

Franceschini versichert, dass die Kriterien des Wettbewerbs den modernsten internationalen Standards entsprochen hätten und der Wettbewerb von einer unabhängigen Kommission des Kulturministeriums geführt worden sei. Das Gericht hingegen bemängelte die Transparenz bei der Postenvergabe und die Zulassung ausländischer Bewerber.

Franceschini kündigt eine Beschwerde gegen das Urteil an.

Über einem weiteren österreichischen Museumsleiter schwebt nun ein Damoklesschwert: Der Linzer Kulturmanager Peter Aufreiter nämlich war im Rahmen desselben Wettbewerbs mit der Leitung eines Komplexes aus zehn Landesmuseen in der Adria-Region Marken betraut worden. Ob nun auch seine Bestellung angefochten wird, ist noch unklar.

Das Gerichtsurteil ist jedenfalls ein schwerer Schlag für Franceschinis Museumsreform, die nun möglicherweise ins Stocken gerät oder gar durch Gerichtsbeschlüsse gekippt wird. Auch Assmann sieht die Reform gefährdet: "Sollte Italiens Museumsreform gestoppt werden, wäre dies nicht nur ein Imageschaden für Italien, sondern ein Schaden für die Identität des Landes", sagt er im Interview mit "La Repubblica". Italiens Ex-Premier Matteo Renzi meint auf Facebook, der wahre Fehler sei gewesen, die Verwaltungsgerichte nicht reformiert zu haben.