Lieblingsessen Pizza, Lieblingsbeschäftigung Gameboy spielen, Lieblingslied von Katy Perry. Eine Kurzbeschreibung, wie sie wohl von vielen österreichischen Kindern stammen könnte. Verfasst hat sie die 10-jährigen Zahra, die vor zwei Jahren mit ihrer Familie aus Aleppo flüchten musste.

Es sind Kinder wie alle andren auch, die im Zentrum der neuen Ausstellung im Zoom Kindermuseum stehen. Und doch sind sie es nicht. Denn die sechs Stationen, die die Ausstellung "Du und ich, dort und da" strukturieren, sind Kindern mit Fluchterfahrung gewidmet. Nasrin etwa, der 16-Jährigen, die nach dem Tod des Vaters zwangsverheiratet werden sollte und daher aus Afghanistan geflohen ist. Oder Lina aus dem kurdischen Norden Syriens, die ihre schwierigen Erfahrungen am liebsten beim Tanzen vergisst. Oder Faizal, der mit 14 alleine aus Afghanistan nach Österreich gekommen ist und von den vielen Stunden erzählt, die er mit seiner Mutter auf einem der bunten Teppiche in seiner Heimat verbracht hat. Und wie sie ihm anhand der Muster Geschichten erzählt hat.

Die Themen Flucht, Migration und vor allem das Ankommen und Zusammenleben in der neuen Heimat haben Zoom-Direktorin Elisabeth Menasse und ihr Team ins Zentrum der neuen Schau im Zoom gerückt. Den roten Faden bilden dabei Menschenrechte wie Freiheit, Bildung oder Arbeit. Diese Themen seien zwar in den zahlreichen Interviews mit geflüchteten Menschen als Hauptfluchtursachen benannt worden, jedoch nicht in Zusammenhang mit dem Terminus Menschenrechte, wie Kurator Thomas Marschall erläuterte. Und so hat man sich dafür entschieden, in der Ausstellung sechs fiktive, prototypische Kinder aus Afghanistan und Syrien zu Wort kommen zu lassen, die ihre Erfahrungen mit Menschenrechtsverletzungen anhand individueller Geschichten mit den jungen Zoom-Besuchern teilen.

Spielerisches Verstehen

"Kinder sind diejenigen, die am meisten mit dem Thema Flucht zu tun haben", so Elisabeth Menasse in Hinblick auf den täglichen Kontakt mit geflüchteten Kindern im Schulalltag oder im Kindergarten. Viele Pädagogen hätten im Rahmen der zweijährigen Vorarbeiten erzählt, dass die Kinder zwar grundsätzlich sehr offen gegenüber ihren neuen Klassenkameraden seien, die Kommunikation jedoch aufgrund von Sprachbarrieren und unterschiedlichen kulturellen Gepflogenheiten oft schnell wieder ins Stocken gerate.

In der Ausstellung "Du und ich, dort und da" wird Kindern nicht nur gezeigt, wo sich Städte wie Kabul oder Damaskus überhaupt befinden, sondern auch, welche Lieder Kinder dort hören, wie Geschichten erzählt werden oder wie man sich kleidet. Eine Station ist der nonverbalen Kommunikation gewidmet: Wie begrüßt man sich in anderen Ländern? Welche Gesichtsausdrücke bedeuten überall dasselbe? Welche Handzeichen gibt man in Afghanistan, um Gefühle auszudrücken?

Auch die Interaktion kommt nicht zu kurz: Teppiche knüpfen, arabische Intarsien legen, in einer Disco tanzen, Arabisch schreiben, sich mit traditionellen Gewändern verkleiden und würzige Kekse backen - all das knüpft thematisch an die Geschichten der einzelnen Stationen an.