Salzburg. Der neu bestellte Direktor des Museums der Moderne Salzburg will sich bei seinem künftigen Ausstellungsprogramm vom "Sauna-Prinzip" leiten lassen. Er möchte Positionen der klassischen Moderne mit neuen Sichtweisen - warm und kalt - zusammenbringen, erläuterte Thorsten Sadowsky am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Salzburg seine Vorstellungen.

Der 56-jährige Deutsche, der seinen Dienst in Salzburg am 1. September antritt, leitete seit 2013 das Kirchner Museum in Davos. Zuvor war er für Museen im skandinavischen Raum und Deutschland tätig. Die bisherige Direktorin des Museums, Sabine Breitwieser, hatte sich nach Streitigkeiten über ihren Führungsstil nicht um eine Verlängerung beworben.

Der Dialog zwischen etablierten und neuen Positionen ist für Sadowsky die Basis für ein erfolgreiches Ausstellungsprogramm. Er will das Museum der Moderne öffnen und einen Schwerpunkt auf die Kunstvermittlung setzen. "Das Besuchen eines Kunstmuseums ist eine Kulturtechnik", sagte Sadowsky. Moderne Kunst zu lesen und zu verstehen, könne man lernen. Der neue Museumsdirektor will auch verstärkt mit Salzburger Institutionen wie den Festspielen oder den Universitäten zusammenarbeiten. Sein Ziel sei es auch, das Sammlungsprofil zu schärfen und ein Leitbild für das Museum zu erarbeiten, kündigte der 56-Jährige an.

Bei der Ausschreibung des Museumspostens wurde großer Wert auf die soziale Kompetenz der Bewerber gelegt. In seinen bisherigen Wirkungsstätten habe sich Sadwosky durch einen skandinavischen Führungsstil - flache Strukturen und klare Vorgaben - ausgezeichnet, sagte Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) über den neuen Museumsdirektor. Den Erfolg der Arbeit will der Politiker nicht in Besucherzahlen messen, nannte aber die "magische Zahl" von 100.000 Personen doch als Latte: "Darunter möchte ich nicht sacken." Im Jahr 2016 hatte das Museum 104.000 Besucher.