Wien. "Wenn wir Informationen wollen, bekommen wir sie": Mit diesen Worten hat das Wissenschaftsministerium unter Reinhold Mitterlehner im Juli 2014 auf die die Anfrage der "Wiener Zeitung" bezüglich vom US-Militär finanzierter Drittmittelprojekte reagiert (Hier der Link zum damaligen Artikel). Als wolle er nun den Beweis dafür erbringen, hat Mitterlehner am Donnerstag einen 18-seitigen Bericht zu den österreichischen Hochschulen und ihrem Umgang mit militärischen Geldgebern vorgelegt. Damit hat er die parlamentarische Anfrage der Grünen von Dezember 2014 beantwortet.

Laut dem Bericht haben die Uni Wien und Innsbruck, die Medizinische Universität Innsbruck, die Universität für Bodenkultur (Boku), die Technische Universität Wien, die Montanuni Leoben sowie die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Projektaufträge vom Pentagon beziehungsweise in dessen Umfeld angesiedelten Institutionen erhalten. Das Spektrum der Projekte umfasst Medizin, Quantenphysik, Materialforschung und Nanotechnologie.

Bezüglich der Frage nach Transparenz bei Drittmitteln schreibt Mitterlehner, diese sei "ausreichend", hinsichtlich Ethik-Richtlinien verweist er auf die Autonomie der Unis.

"Dass Mitterlehner untätig bleiben will, ist verwunderlich"

Verantwortung und Transparenz bei Drittmittelprojekten sind an den Universitäten jedoch sehr unterschiedlich geregelt: An der Uni Wien sind Wissenschafter alleine für den Inhalt ihrer Projekte verantwortlich, an der Uni Graz ist jedes Forschungsvorhaben, das mit Drittmittel finanziert wird, dem Rektorat zu melden. An der Uni Innbsbruck müssen Drittmittel-Projekte von der Institutsleitung bewilligt, bei ethischen Fragen der Ethik-Beirat herangezogen werden.

"Hier wird klar, wie unterschiedlich die Universitäten mit Drittmittelprojekten umgehen. Dass Mitterlehner angesichts des offensichtlichen Verbesserungsbedarfs bei Transparenz- und Bewilligungsregeln untätig bleiben will, ist verwunderlich", kritisiert die Grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer.

An der Boku wurden seit 2009 insgesamt fünf Projekte vom US-Verteidigungsministerium finanziert, "nicht jedoch durchgeführt", entsprechend einer Rektorats-Richtlinie habe die Boku Kostenersatz für die Mitbenutzung der Infrastruktur erhalten, wie es heißt.

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