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Wien. In einer immer digitaler werdenden Welt ist Cyber-Security mehr als ein Fantasiewort aus einem Science-Fiction-Film. Hacker werden Unternehmen lahmlegen und persönliche Profile angreifen. Was bereits heute getan werden muss, um diese Angriffe in Schach zu halten, erklärt Hacker Ralph Echemendia, im Gespräch mit "Wiener Zeitung."

"Wiener Zeitung": Herr Echemendia, wird es in Zukunft Vorträge geben, bei denen der Beamer nicht ausfällt?

Ralph Echemendia: (lacht). Nein, das wird nie passieren. Es wird immer irgendetwas nicht funktionieren. Egal, wie oft es getestet wurde.

Wenn es schon bei vermeintlich einfachen Dingen nicht klappt, wie soll dann unser Leben in einer digitalen Welt funktionieren?

Das ist ein guter Punkt. Wir werden es nicht verhindern können, dass es Ausfälle gibt. Im Kleinen wie im Großen.

Es gab vergangenes Wochenende massive Flugausfälle bei British Airways nach einer Computerpanne. Auch Delta Airlines war schon betroffen. Was ist passiert?

Obwohl die Unternehmen immer mehr für ihre Cyber-Sicherheit tun, wird es nie genug sein können. Wir werden noch mehr von diesen Cyberattacken erleben. Die gibt es zwar schon länger, aber nun beginnen wir sie auch zu spüren, eben etwa bei Flugausfällen.

Was ist die Lösung? Soll die Entwicklung hin zu einer digitalen Welt gestoppt werden?

Es gibt keine hundert prozentige Sicherheit. Das Hauptproblem ist aber, dass es nicht genügend Menschen gibt, die im IT-Bereich arbeiten und die das stoppen könnten.

Was sollten durchschnittliche Bürger wissen?

Sie müssen keine IT-Spezialisten sein. Aber es müsste ihnen mehr bewusst sein, was sie in ihren Hosentaschen mittragen und wie einfach sie auf ihren Smartphones und Tablets gehackt werden können. Wir sind schließlich abhängig von diesen Geräten. Wir können ohne sie nicht einmal mehr unsere Mütter anrufen.

Was sollten Schüler über Cyber-Security lernen? Sollte es denselben Stellenwert wie etwa das Fach Mathematik haben?

Ja, das sollte es. Es sollte denselben Wert haben wie Mathematik, Geschichte und Sprachen. Vergangenes Jahr gab es einen Artikel im Forbes. Eine Million Stellen in Cybersecurity können nicht besetzt werden, weil es zu wenige Menschen gibt, die dafür ausgebildet wurden. Das heißt: Es gibt keine Arbeitslosigkeit, wenn man im Bereich Cybersecurity arbeitet. Wenn man eine lange andauernde Karriere anstrebt, dann ist das der richtige Job.