(zaw) Vielleicht waren die Erwartungen in Valentin Inzko zu groß. Als er im Vorjahr Obmann des Rats der Kärntner Slowenen wurde, glaubten viele in Kärnten, mit ihm würde es einfacher, einen Ortstafel-Kompromiss zu finden, als mit dem Duo Karl Smolle und Rudolf Vouk.

Landeshauptmann Gerhard Dörfler erkor ihn gar zum Hoffnungsträger. Allerdings hat Inzko es nicht geschafft, die nicht-kompromissbereiten Kräfte im Rat auszuschalten. Nun wurde er von der Ortstafel-Realität eingeholt - und hat viel von seinem Glanz als internationaler Top-Diplomat eingebüßt.

Viele fragen sich, wieso der 61-jährige Hohe Repräsentant der UNO in Bosnien es sich antut, im kleinlichen Kärntner Ortstafel-Streit mitzumischen. Kleinlich ist es freilich nur für Außenstehende, nicht jedoch für Kärntner und schon gar nicht für Kärntner Slowenen. Für Inzko, der aus einer sehr engagierten Volksgruppen-Familie stammt, ist die Aufgabe daher mehr als eine Pflichtübung. Aber es ist halt ein Unterschied, als Vermittler aufzutreten oder als eine der Verhandlungsseiten.