Eigentlich stammte Klaus aus Kärnten, wo sein Vater in Mauthen Bäckermeister war. Nach seinem Jus-Studium in Wien und in Marburg wurde er 1934 Sekretär des christlichen Gewerkschaftsführers Josef Staud, bevor er in die - vom Ständestaat gleichgeschaltete - Arbeiterkammer wechselte.

Den Krieg erlebte er zunächst als Kanzleisoldat, musst dann aber doch an die Front, wo er in US-Gefangenschaft geriet. Ab 1945 arbeitete er in Salzburg als Rechtsanwalt - und machte in der ÖVP Karriere. 1949 wurde Klaus Landeshauptmann.

Kanzler ab 1964

1961 holte ihn Alfons Gorbach als Finanzminister in die Regierung. Zwei Jahre später wurde er Bundesparteiobmann. Im Februar 1964 dimissionierte Gorbach und Klaus wurde am 2. April Chef einer schwarz-roten Regierung. Zwei Jahre später eroberte er bei den Nationalratswahlen die absolute Mehrheit und führte in der Folge die erste Alleinregierung seit dem Zweiten Weltkrieg an.

Klaus, um Versachlichung der Politik bemüht, verstärkte im Rahmen der "Aktion 20" den Dialog zwischen Politik und Wissenschaft, doch gegenüber dem modern auftretenden Bruno Kreisky wirkte der Reformer Klaus altbacken. Dass er sich dem Juden Kreisky als "echter Österreicher" gegenüberstellte, bleibt als ungute Erinnerung. Nach dem Verlust der Absoluten 1970 trat Klaus 1971 als ÖVP-Chef zurück und verabschiedete sich in die Pension, aus der er sich kaum mehr politisch zu Wort meldete. Am 25. Juli 2001 starb Josef Klaus.