(az) Weder Vater noch Mutter Faithfull - er ein britischer Offizier und Psychologe, sie eine Habsburg-Adelige - hätten sich je träumen lassen, dass ihre Tochter Marianne einmal in jenem Film mitspielen würde, in dem zum ersten Mal das Wort "Fuck" fiel. 1967 war das, in "I’ll Never Forget What’s ’is Name", und die damals 21-Jährige wollte Sängerin werden. Es schadete nicht, dass ihr Liebhaber Mick Jagger war, der ihr mit dem Song "As Tears Go By" zum Erfolg verhalf. Eher schädlich dabei: ihre Drogensucht, die sie erst 1985 überwinden sollte.

Ihr Album "Broken English" (1979) gilt als ihr bestes, aber Faithfull blieb musikalisch aktiv, als Jazz- und Blues-Sängerin, coverte Leonard Cohen, Bob Dylan und sang mit Metallica. Vor der Kamera spielte sie für Jean-Luc Godard und Kenneth Anger und an der Seite von Orson Welles. 2006 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, den sie mittlerweile besiegt haben soll. "Viele Menschen mögen Nostalgie", sagte Faithfull, die heute 65 Jahre alt wird, bei der Premiere ihres letzten Films "Irina Palm" auf der Berlinale 2007. "Eine Neigung, die ich mir nicht leisten kann."