(ski) Vor 100 Jahren überraschte ein junger deutscher Forscher die Fachwelt. Es müsse einen Urkontinent gegeben haben, der auseinandergebrochen sei, die Teile hätten sich dann über die Erdkugel verschoben. So sei etwa auffallend, wie gut die Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas zusammenpassten. Was da am 6. Jänner 1912 der Meteorologe, Polar- und Geowissenschafter Alfred Wegener, geboren 1880 in Berlin, in einem Vortrag in Frankfurt am Main präsentierte, stieß zuerst auf Ablehnung, ja sogar auf Hohn. Wegener nahm es gelassen und legte bis zu seinem frühen Tod (1930 auf einer Grönland-Expedition) weitere gute geologische, paläontologische und klimatologische Argumente für seine Kontinentalverschiebungstheorie vor. Deren Nachweis wurde aber erst Jahrzehnte später durch Satellitenmessungen möglich. Auf dieser Theorie baut das heutige Modell der Plattentektonik auf. "Wegener hat unser Bild von der Erde revolutioniert", sagt der Wissenschaftstheoretiker Reinhard Krause, ihm gebühre der Titel "Kopernikus der Geowissenschaften".