(art) Der aufgestellte Kragen ist Programm. Ein Aufständischer, ein Revoluzzer, einer, der im Zweifelsfall stets den Weg gegen den Strom sucht - ein solcher wollte Frankreichs Fußball-Ikone Éric Cantona ja irgendwie immer sein. Schon damals, als er 1995 in Kung-Fu-Manier einen Zuschauer niederstreckte, weil er von ihm beleidigt wurde. Oder als er sich mit Trainern, Schiedsrichtern und Gegenspielern anlegte und dennoch - oder gerade deswegen - zur nahezu hysterisch verehrten Kultfigur wurde. Die Anhängerschaft wählte ihn, das Raubein, prompt zum Manchester-United-Spieler des 20. Jahrhunderts, acht Jahre nach seinem Rücktritt wurde er zum besten Premier-League-Kicker aller Zeiten gekürt.

Die Karriere ist längst vorbei, der Glanz ist geblieben. Und den weiß der 45-Jährige, der als Schauspieler mäßigen Erfolg hat, auch zu vermarkten. Ein Jahr nach seinem Engagement beim (erfolglosen) Bankrun sammelt er nun Unterstützungserklärungen für seine symbolische Präsidentschaftskandidatur, um, wie er sagt, auf die Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Ein Schelm, wer denkt, auf sich selbst.