(da) Auf Philip Hammond kommen arbeitsreiche Wochen, Monate und Jahre zu. Schließlich muss Großbritanniens Außenminister die Reformbemühungen seines Chefs, Premier David Cameron, den EU-Amtskollegen schmackhaft machen. Im Zuge dessen macht Hammond am Donnerstag auch in Wien Station und trifft Außenminister Sebastian Kurz.

Der 59-jährige Brite gilt als Mann der unklaren Worte. Selten kommt ihm mehr als eine Standardfloskel über die Lippen. Im sozialen Netzwerk Twitter posiert er in einem Eintrag diese Woche mit Chinas Außenminister Wang Yi und vermerkt dabei lediglich: "Gute Handels- und Sicherheitsgespräche."

Mitreißende Plädoyers für den Verbleib Großbritanniens in der EU sucht man bei dem Oxford-Absolventen vergeblich. Hammond gilt als prononcierter EU-Skeptiker. Gleichzeitig hat er die Aufgabe und Vorgabe Camerons, Großbritannien in der Union zu halten - einer nach dem Geschmack der konservativen Regierung reformierten Union.

Seit 1997 sitzt Hammond im Unterhaus und vertritt den südenglischen Wahlkreis Runnymede and Weybridge. 2011 stieg der verheiratete Vater dreier Kinder zum Verteidigungsminister auf, im vergangenen Jahr wechselte er ins Außenressort.

Hammond kommt auch die undankbare Aufgabe zu, die renitenten EU-Skeptiker in den eigenen Reihen in Schach zu halten. Als die "Conservatives for Britain" ihre Forderung nach einem praktischen Vetorecht des Parlaments in allen EU-Entscheidungen ventilierten, erklärte Hammond in für ihn untypischer Klarheit: "Das wäre praktisch das Ende der EU."