Washington. Derzeit ist das US-Haushaltsdefizit im Rahmen, doch geht es nach den Plänen des neuen Präsidenten Donald Trump, könnte sich das rasch ändern. Während Amtsvorgänger Barack Obama die Ausgaben für das Militär schrittweise zurückgefahren hat, sollen künftig 54 Milliarden US-Dollar zusätzlich für Verteidigung aufgewendet werden. "Great again" wird teuer: Gleichzeitig will Trump, dass Steuern radikal gesenkt werden. Sollten die im Wahlkampf skizzierten Pläne Trumps umgesetzt werden, brächen dem US-Fiskus in den nächsten zehn Jahren 10,14 Billionen Dollar weg.

Der Republikaner wird mit drastischen Maßnahmen versuchen, die budgetären Löcher zu flicken. Dabei gilt das Motto: "America first" - zahlen sollen die anderen. So setzt er schon jetzt den Nato-Partnern das Messer an, mehr für den gemeinsamen militärischen Aufwand zu tun - sprich, mehr Geld für das Verteidigungsbündnis bereitzustellen. In der Tat geben die USA 3,3 Prozent ihres BIP oder 600 Milliarden US-Dollar für Verteidigung aus. In Deutschland sind es nur etwa 1,2 Prozent. Die USA haben bei weitem das größte Militärbudget weltweit und wollen, dass jedes Nato-Mitglied zwei Prozent seines Budgets aufwendet.

Rettendes Wachstum

Auf der anderen Seite hofft Trump, dass sich das Defizit-Problem gleichsam von selbst löst - durch eine stärkere Konjunktur. "Ich denke, dass das Geld von einer auf Touren gebrachten Wirtschaft kommen wird", so der Republikaner am Dienstag auf die Frage, wie seine ambitionierten Ausgaben-Pläne finanziert werden sollen. Das Wachstum habe zuletzt etwas mehr als ein Prozent der Wirtschaftsleistung betragen. Wenn er das "auf drei oder vielleicht mehr" steigern könne, dann spiele man in einer ganz anderen Liga, so Trump.

Derzeit sieht es danach nicht aus. Zuletzt hat die US-Wirtschaft deutlich an Fahrt eingebüßt, das BIP legte nur um 1,6 Prozent zu.

Außerdem, so Trump, werde er mit "weniger" Aufwand "mehr" erreichen. Gesteigerte Effizienz also - was genau sich hinter dieser kryptischen Ankündigung verbirgt, ist nicht klar.

Nach den Vorstellungen Trumps sollen jedenfalls Einnahmen aus Strafzöllen sprudeln, die der Präsident, seiner protektionistischen Wirtschaftsdoktrin folgend, in großem Stil verhängen will. So will Trump erreichen, dass die geplante Mauer zwischen den USA und Mexiko von den Mexikanern gezahlt wird. Zudem sollen US-Behörden wie das Außenministerium und das Umweltamt Kürzungen verkraften. Das Umweltamt soll kolportierte 25 Prozent seines Budgets verlieren. Auch soll in den Bereichen Bildung und bei der Entwicklungshilfe der Sparstift angesetzt werden. Dabei handelt es sich aber um Tropfen auf den heißen Stein.