Der Versuch schlug fehl. Trump sorgt international nicht nur für Ärger und Unverständnis, sondern auch für Häme und herzhaftes Gelächter. Damit gibt er die USA der Lächerlichkeit preis. Etwa, wenn Trump Nordkoreas Diktator Kim Jong-un mit der Behauptung kontert, dass er auch einen Atomknopf habe - aber seiner sei viel größer und stärker, und außerdem funktioniere er. Kommentatoren sprechen von infantilem Gehabe, die Rede ist von einem "Kindkaiser".

Nicht zu leugnen ist, dass Nordkorea zuletzt einen Schritt auf den Süden zugegangen ist und eine Mannschaft zu den Olympischen Winterspielen schickt. Es gab ein Treffen an der Grenze. Eine militärische Hotline, die zuletzt tot war, wurde wieder in Betrieb genommen. Ob sich Trump diese Vorkommnisse als Erfolg auf die Fahnen heften kann, ist fraglich. Der US-Präsident hat die Gesprächsbereitsschaft in einer ersten Reaktion abschätzig kommentiert.

Im ersten Jahr im Amt konnte Trump ein einziges großes Projekt durchsetzen - seine Steuerreform. Noch vor Weihnachten waren der radikalste Umbau auf diesem Feld seit den 1980er Jahren unter Dach und Fach, die Republikaner, die die Mehrheit im Kongress haben, stimmten zu. Die US-Demokraten waren geschlossen dagegen, sie kritisieren, dass die Neuerungen die Reichen reicher machen und dem "Mann von der Straße" nichts oder gar Verluste brächten.

Innenpolitisch hat Trump die Gräben in einem gespalteten Land weiter vertieft. Politologen sprechen von einer "Tribalisierung" der USA. Wie zwei verfeindete Stämmen stünden einander das Pro- und Contra-Trump-Lager gegenüber. Kommt die Rede auf Trump, dann ist in den USA die Grundlage für ein gepflegtes Gespräch kaum mehr gegeben. Seine Anhänger verteidigen mit ungebrochenem Eifer, seine Gegner empfinden Übelkeit, wenn sie das Wort "Trump" nur hören.

Furcht vor "Shutdown" im Budgetstreit

Kopfschmerzen bereitete Investoren am Freitag der Streit um den US-Haushalt. Spätestens bis Mitternacht in Washington musste der US-Senat einen Kompromiss finden, oder Regierung und Verwaltung aus finanziellen Gründen zum Stillstand bringen. Die Entscheidung stand zu Redaktionsschluss aus. Angesichts des drohenden "Shutdown" von Teilen des öffentlichen Dienstes hatte Trump eine Reise nach Florida zu einer Gala anlässlich des ersten Jahrestages seiner Amtseinführung abgesagt. Stattdessen traf er sich mit dem demokratischen Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, um über eine Einigung zu sprech.