Wien. Die aktuelle Situation in der Innenpolitik erinnert an den Frühsommer vor sieben Jahren. Damals, 2008, nahm der SPÖ-interne Unmut über Alfred Gusenbauer, Bundeskanzler und Parteivorsitzender, Fahrt auf. Die ÖVP mit Wilhelm Molterer an der Spitze glaubte Morgenluft zu verspüren und kündigte am 7. Juli mit den Worten "Es reicht" die rot-schwarze Koalition. Bekanntlich hat es nicht gereicht, weil die SPÖ Gusenbauer flugs durch Werner Faymann als Spitzenkandidaten ersetzte.

Auch derzeit läuft die innenpolitische Gerüchteküche auf Hochtouren. Neben der SPÖ, die durch das rot-blaue Regierungsbündnis im Burgenland in arge Turbulenzen geraten ist, richten sich die Augen auch auf die Volkspartei und die Frage, ob ÖVP-Obmann Vizekanzler Reinhold Mitterlehner nicht die günstige Gelegenheit beim Schopfe packen und den Absprung aus der ungeliebten rot-schwarzen Koalition wagen könnte. Am Dienstag kam ein Nein zu solchen Spekulationen.