Zwei Schauspieler plaudern beim Schminken - wie im berühmten Qualtinger-Sketch vom "hintergründig" angelegten vierten Zwerg.

Langsam füllt sich die von Roland Ploner pfiffig arrangierte Bühne vor dem malerischen Kirchturm von Stockerau. Die Akteure schlüpfen in für Typen der Commedia dell’arte passende Kostüme (Ingrid Leibezeder und Anna Katharina Jaritz) und spielen - nach einem Disput mit ihrem Regisseur, der dann als Wirt Brighella (Christoph F. Krutzler) auftritt - Carlo Goldonis "Der Diener zweier Herren". Dieser Brighella muss später fallweise in das Spiel eingreifen, da sich die ehrgeizigen Mimen zeitweise in Shakespeare-Rollen profilieren wollen.

Überdosis an Gags

Die Fassung von Karl Ferdinand Kratzl und Intendant Zeno Stanek, der in seiner Inszenierung eine Überdosis an Gags eingebaut hat, kommt beim Publikum gut an. Wie bei Rosamund Pilcher weiß der Zuseher auch in dieser Verwechslungskomödie sofort, wie sich die Dinge entwickeln, und dass die Paare zueinander finden werden. Abgesehen von den Szenen, in denen die als Mann verkleidete Beatrice (Katharina Stemberger) und ihr Geliebter Florindo (Daniel Keberle) einander für tot halten, dominiert die Leichtigkeit des Seins.

Als der Satz "Ihr werdet euch noch wundern . . ." fällt, zeigt dieses reine Unterhaltungstheater auch politische Gegenwartsbezüge. In der Hauptrolle des Truffaldino spielt der in dieser Fassung Salzburger Nockerln statt Pudding vertilgende quicklebendige Okan Cömert sich, das Publikum und seine kesse Columbina (Claudia Waldherr) schwindlig.

theater

Der Diener zweier Herren

Von Carlo Goldoni

Festspiele Stockerau

Wh. bis 6. August