Verschiedene Phasen einer partiellen Sonnenfinsternis. - © WZ-Montage: Corbis/Stereo project/Nasa/Michael Bens/Kinetikon Pictures, PlanetariumWien
Verschiedene Phasen einer partiellen Sonnenfinsternis. - © WZ-Montage: Corbis/Stereo project/Nasa/Michael Bens/Kinetikon Pictures, PlanetariumWien

Wann genau findet die partielle Sonnenfinsternis statt?

Im Westen Österreichs wird das kosmische Schattenspiel zuerst zu sehen sein. In Bregenz beginnt es bereits um ca. 9.27 Uhr, je weiter östlich man sich in Österreich befindet, desto länger muss man warten. In Wien geht es um 9.37 Uhr los. Die maximale Verfinsterung wird in Bregenz um etwa 10.36 Uhr erreicht sein, in Wien zehn Minuten später. Die Finsternis endet ganz im Westen um ca. 11.48 Uhr, in Wien um 11.58 Uhr.

Was passiert bei einer partiellen Sonnenfinsternis?

Etwa alle 29,5 Tage, bei Neumond, steht der Erdtrabant nahe der Sonne am Himmel. Weil aber die Mondbahnebene gegenüber der Erdbahnebene gekippt ist, verdeckt der Erdtrabant im Schnitt nur zweimal pro Jahr dabei die Sonne und es kommt zu einer Sonnenfinsternis. Diese ist aber nicht überall auf der Erde zu sehen.

Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis wird am Freitag selbst beim Maximum der Abdeckung die verbleibende Sonnensichel so hell strahlen, dass es "nur kaum merklich dunkler wird", sagte Alexander Pikhard, Präsident der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA). Im Nordatlantik verfinstert sich die Sonne dagegen total, zu sehen ist dies an Land aber nur auf den Färöer-Inseln und Spitzbergen.

Kann ich mit freiem Auge das Spektakel betrachten?


Links
Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie
Astronomisches Büro Wien
Institut für Astrophysik der Universität Wien
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Nein. Trotz Abschattung darf die Sonnenfinsternis nur mit geeignetem Schutz beobachtet werden, andernfalls drohen schwere und bleibende Augenschäden. Davor warnte auch der Konsumentenschutz im Sozialministerium. Für die Beobachtung mit freiem Auge eignen sich eigene Sonnenfinsternisbrillen. Im astronomischen Fachhandel sind diese aber bereits weitgehend ausverkauft, ebenso wie die Filterfolien für Fernrohre oder Fotoapparate. Wer dennoch beobachten will, dem empfiehlt Alexander Pikhard, Präsident der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) eine selbst gebastelte Lochkamera: einfach ein kleines Loch in einen Pappendeckel stechen und das Bild der Sonne durch das Loch in den Schatten des Kartons etwa auf ein Blatt Papier projizieren.

Wo bekomme ich Informationen zur Sonnenfinsternis?

Die öffentlichen Beobachtungen mit Erläuterungen verschiedener Vereine bieten sich an: Die WAA etwa informiert von 9 bis 12 Uhr am Maria-Theresien-Platz vor dem Naturhistorischen Museum Wien oder in der Urania Sternwarte, das Astronomische Büro Wien im Freiluftplanetarium Sterngarten am Georgenberg bei der Wotrubakirche in Wien-Liesing. Wer bei der Finsternis auf den Astronomie-Geschmack gekommen ist, dem bietet das Institut für Astrophysik der Universität Wien ab 17 Uhr Vorträge und Vorführungen, etwa über Gravitationslinsen oder Exoplaneten.

Wann gibt es die nächste Sonnenfinsternis?

Die nächste von Österreich aus zu sehende Sonnenfinsternis findet erst am 10. Juni 2021 statt: Diese ist wieder partiell, wobei die Bedeckung deutlich geringer sein wird als bei der aktuellen Finsternis. Wer in Österreich eine totale Sonnenfinsternis beobachten will, muss sich bis 2081 gedulden und dafür nach Kärnten fahren. Die nächste von Wien aus zu sehende totale Sonnenfinsternis gibt es erst wieder 2227.

Ist die Sonnenfinsternis ein Problem für Stromnetze?

Bei den Verantwortlichen für die europäischen Stromnetze machte man sich zunächst Sorgen wegen der Sonnenfinsternis. Grund ist die Stromeinspeisung aus Photovoltaik-Anlagen, die wegen der Verfinsterung zunächst deutlich sinken und dann wieder ansteigen wird, und zwar deutlich rascher als bei Morgen- und Abenddämmerung. Speziell in Deutschland mit bereits rund 39.000 Megawatt installierter Photovoltaik-Leistung bereiten sich die Übertragungsnetzbetreiber darauf vor, starke Netzschwankungen durch flexible Erzeugungsanlagen wie Gaskraftwerke auszubalancieren, um Stromausfälle zu vermeiden. Die jüngsten Wetterprognosen für Deutschland dürften die Situation aber entschärfen, da dort ein nicht sehr sonniger Tag und damit eine vergleichsweise niedrige Solarleistung erwartet wird.