Wien/Mailand. Am Sonntag legt die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse der Überprüfung des Zustands der 130 größten Institute in Euroland vor. Die Bank Austria in Österreich wurde dabei als Teil des UniCredit-Konzerns im Kreis der italienischen Banken erfasst. Bank-Austria-Chef Willibald Cernko lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass sein Haus die Prüfungen gemeistert hat.

  "Aus meiner Körpersprache können Sie schließen, dass ich sehr entspannt bin", sagte Cernko in einem Interview mit dem am Freitag erschienenen Magazin "Format".

  Gespannt ist Cernko ganz generell, wie die Öffentlichkeit das Ergebnis des europäischen Bankenchecks aufnehmen wird: "Wird es uns gelingen, damit das Vertrauen zu den europäischen Banken wiederherzustellen oder wird es viele Experten geben, die den Test als zu wenig streng abtun? Das wird spannend." Aus der Erfahrung heraus sei er skeptisch, "aber letztlich glaube ich schon, dass damit das Vertrauen in den europäischen Bankensektor gesteigert werden wird".

  Zum Ausblick auf die Branche in den nächsten zehn Jahren will Cernko nicht abschätzen, wie viele Banken es dann geben wird. "Aber es wird wohl Geschäftsmodelle geben, die nicht überlebensfähig sind. Hier wird auch der Stresstest helfen."

  Spekulationen, dass die Osteuropazentrale der UniCredit aus Wien wegwandern soll, wenn die österreichische Bankenabgabe bleibt, dementierte Cernko. "Nein, das ist kein Thema. Und derart plumpe Drohgebärden passen überhaupt nicht zu uns." Bei der Bankensteuer hofft der Banker, mit der Politik in den nächsten Monaten schrittweise eine Lösung zu finden.