Wien/Frankfurt. Banken, die bei dem heute Sonntag veröffentlichten Stresstest durchfallen, haben sechs bis neun Monate Zeit, ihr Kapital aufzustocken. Den Plan, wie sie zu genug Geld kommen wollen, müssen sie aber schon innerhalb von vierzehn Tagen vorlegen.

Wenn eine Bank schon ohne Stress zu wenig Kapital hat - gefordert ist eine Quote von acht Prozent - dann muss diese Lücke innerhalb von sechs Monaten geschlossen werden. Wenn eine Bank hingegen erst bei einem Wirtschaftseinbruch, also unter Stress, zu wenig Kapital hat - in diesem Fall sind 5,5 Prozent Kapital gefordert - dann hat das Institut neun Monate Zeit, die nötigen Mittel aufzubringen.

Sollte sich abzeichnen, dass private Investoren nicht bereit sind, einem Institut über den Kapitalmarkt genug Geld zur Verfügung zu stellen, dann müssen die Staaten einspringen.

Kapitalquote von acht Prozent erforderlich

Die am Sonntag veröffentlichte Überprüfung der größten europäischen Banken besteht aus zwei Teilen. Der erste kontrolliert, ob die von den Banken angegebenen Aktiva wirklich die Qualität haben, mit der sie ausgewiesen werden. Das ist der "Asset Quality Review" (AQR). Banken müssen auch nach der Aussortierung weniger werthaltigen Kapitals eine Kapitalquote von acht Prozent aufweisen.

Anschließend wird berechnet, wie jede Bank im Falle eines Wirtschaftseinbruchs da steht und wie viel Kapital sie dann noch zur Verfügung hätte. In diesem Stressszenario muss die Kapitalausstattung immer noch zumindest 5,5 Prozent der Aktiva betragen.