Wien. Im EZB-Stresstest ist in Österreich der Volksbanken-Verbund durchgefallen. Da dies aber einerseits allgemein erwartet worden war und andererseits die Gruppe bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben hatte, dass sie ihre Struktur ändert und das Spitzeninstitut abwickelt, gab es darüber wenig Aufregung.

  ÖVAG-Generaldirektor Stephan Koren kündigte am Sonntag in einer Aussendung an, die Restrukturierung werde nun detailliert ausgearbeitet. In seiner derzeitigen Struktur hätte der Volksbanken-Verbund einen Kapitalbedarf von 864,72 Mio. Euro. Dabei seien aber weder die "Abbauerfolge des Jahres 2014" noch die geplante Restrukturierung berücksichtigt worden, da beides nach dem 31.12.2013 erfolgte, Stichtag für Bilanzcheck und Stresstest der EZB.

  "Dieses Ergebnis kam nicht unerwartet. Der Vorstand der ÖVAG hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass in den nächsten Jahren zusätzlicher Eigenmittelbedarf für den Volksbanken-Verbund entstehen wird. Dies wurde durch den EZB-Stresstest bestätigt", schreibt Koren. Wichtig sei nun, dass der neu strukturierte Volksbanken-Verbund erfolgreich wird. Er soll künftig aus neun Landes-Volksbanken und drei Spezialinstituten bestehen, wobei eine der Landesbanken die Steuerungsfunktion übernehmen soll. Die "Rest-ÖVAG" soll im ersten Halbjahr 2015 die Banklizenz zurücklegen und dann abgewickelt werden. Ohne Banklizenz würde sie kein Mindestkapital mehr benötigen.

  Nach Berücksichtigung der Abbaumaßnahmen des Jahres 2014 habe der Volksbanken-Verbund 11,2 Prozent hartes Eigenkapital und damit 1,9 Mrd. Euro mehr als regulatorisch vorgeschrieben.