Wien/Frankfurt. (wak/ag) 150 Banken in Europa wurden dem Stresstest unterzogen, 130 davon – in der Eurozone – haben die zusätzliche Risiko-Bewertung ihrer Bilanzen hinnehmen müssen – die berüchtigte Asset Quality Review (AQR). Während es einen Stresstest in der Vergangenheit schon zweimal gegeben hatte, und zwar ob die jeweilige Bank eine längere Rezession überleben könnte, war die Asset Quality Review die erste ihrer Art: Dabei wurden die Bilanzen untersucht, und es wurde eruiert, inwieweit die vergebenen Kredite tatsächlich einbringlich sind.

Insgesamt 25 Banken haben den Stresstest nicht bestanden – also jede fünfte Bank. Allerdings haben von den Probleminstituten zwei schon Restrukturierungsmaßnahmen eingeführt, und weitere 12 Banken haben ihr Kapital seit Jänner 2014 genügend erhöht. Bleiben elf Banken, die in den kommenden zwei Wochen der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Pläne präsentieren müssen, wie sie ihre Kapitallücke zu schließen gedenken. Die ÖVAG sowie die belgische Dexia befinden sich allerdings ohnehin bereits im Stadium der Abwicklung. Damit haben nur noch vier italienische Banken, eine irische, eine portugiesische, eine zypriotische sowie zwei slowenische Banken Erklärungsbedarf. Die gute Nachricht ist: Diese Banken sind relativ klein.

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Der Stichtag für alle Banken war der 31. Dezember 2013. Alle 130 Institute wurden erstmals unter Anwendung einheitlicher Methoden und Definitionen geprüft, die zum Teil auf Basel III beruhen. Banken mussten nach der Asset Quality Review noch immer mindestens eine Kernkapitalquote von 8 Prozent aufweisen. Dann wurden sie durch ein wirtschaftliches Schreckensszenario gejagt – unter anderem eine mehrjährige Rezession und fallende Immobilienpreise. Die jeweilige Dystopie hat sich von Land zu Land leicht unterschieden. Um den Stresstest zu bestehen, mussten die Banken am Ende noch immer eine Kernkapitalquote von mindestens 5,5 Prozent aufweisen.

Im Durchschnitt hatten die 130 Finanzinstitute der Eurozone auf dem Papier eine Kernkapitalquote von 11,8 Prozent beziehungsweise rund 995 Milliarden Euro in ihren Bilanzen. Nach der Asset Quality Review verringerte sich dieser Betrag um drei Prozent beziehungsweise die Eigenkapitalquote um 0,4 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent. Als man die Banken dann auch noch durch den Stresstest jagte, verringerte sich der Betrag nochmals um 22 Prozent beziehungsweise die Kapitalquote um 3 Prozentpunkte.