"Wiener Zeitung": Am Montag startet die sechste Verhandlungsrunde zu TTIP. Das Abkommen zwischen der EU und den USA ist unter der Bevölkerung umstritten. In der Öffentlichkeit wird mobilgemacht gegen das "US-Freihandelsabkommen". Haben Sie den Eindruck, dass sich die Kritik zu sehr auf die USA konzentriert? 

Alexa Wesner: Beide, sowohl die EU als auch die USA, wollen TTIP. Dieses Abkommen bringt uns Arbeitsplätze und fördert den Welthandel. Die EU und die USA sind die größten Handelspartner der Welt. TTIP ist ein rationaler Weg sicherzustellen, dass das so bleibt.

Und doch gibt es Ängste, dass durch das Abkommen beispielsweise Standards gesenkt werden.

TTIP wird keine Standards senken. Im Gegenteil: Es wird sie hoffentlich noch erhöhen. Ich verstehe zwar die Sorgen auf dem Gebiet, allerdings ist es auch so, dass bezüglich TTIP viele Falschinformationen kursieren. Es ist diese Desinformation, die Angst schafft. Die EU und die USA müssen einfach besser über TTIP informieren. Die USA haben bereits 14 Freihandelsabkommen geschlossen und keines von denen war einfach. Aber jetzt sehen wir den Nutzen, wie zum Beispiel beim nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta. Diese Erfahrung mit früheren Abkommen hat uns zweierlei gezeigt: Erstens wissen wir, dass sie vorteilhaft sind, und zweitens, dass Kritiker ernst genommen werden müssen.

Wie gestaltet sich da Ihre Aufgabe?

Wir hören viel zu. Ich möchte den Österreichern zuhören, bei TTIP wie auch in allen anderen Bereichen. Es macht viel Spaß, an dem Abkommen zu arbeiten.

Die amerikanische Botschaft in Berlin hat bei einem Ideenwettbewerb Projekte, die die Vorzüge von TTIP zeigen, mit bis zu 20.000 Dollar gefördert. Planen Sie Ähnliches hier?

Nein.

Sind die Österreicher kritischer als andere Europäer gegenüber TTIP eingestellt?

Ich kann kein Urteil über andere Länder fällen, meine Aufgabe hier ist es, Falschmeldungen und Mythen entgegenzutreten und die Wahrheit ans Licht zu bringen, denn die birgt gute Nachrichten.

Einer der Kritikpunkte ist das berühmte Chlorhuhn. Wie begegnen Sie dem Widerstand gegen den Import aus den USA?