Wien. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) hat am Montag erklärt, dass regionale Spezialitäten trotz des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA, TTIP, weiter geschützt werden sollen. "Mit ihm wird es keine Nürnberger Rostbratwurst made in Kentucky geben", betonte sein Sprecher am Montag in Berlin. "Er steht ganz klar dazu, dass die geschützten Herkunftsbezeichnungen bleiben."

Allerdings gebe es in den Verhandlungen mit dem Amerikanern gewisse Irritationen über die Vielzahl an Siegeln und geschützten Spezialitäten in der EU. Klar sei aber, dass auch Schwarzwälder Schinken weiter geschützt bleibe.

Österreich als Land der Spezialitäten
In Österreich, wo es besonders viele regionale geschützte Spezialitäten gibt, war auf Anfrage feiertagsbedingt keine Einschätzung vom Landwirtschaftsministerium zu erhalten. Zum Schwarzwälder Schinken aus Deutschland könnte man hierzulande beispielsweise einen Gailtaler Almkäse und einen Vorarlberger Bergkäse jausnen, zur Nachspeise dann Wachauer Marillen mit "geschützter Ursprungsbezeichnung".

Am Wochenende hatte sich der deutsche Politiker Schmidt im Magazin "Der Spiegel" etwas anders geäußert und einen Sturm des Protestes ausgelöst. "Wenn wir die Chancen eines freien Handels mit dem riesigen amerikanischen Markt nutzen wollen, können wir nicht mehr jede Wurst und jeden Käse als Spezialität schützen", hatte Schmidt gesagt. Die EU schütze auch solche Spezialitäten, deren Grundstoffe nicht mehr nur in ihrer Heimatregion hergestellt werden.

Seit Mitte 2013 verhandeln rund 20 Arbeitsgruppen über das TTIP-Abkommen zwischen EU und USA, durch die größte Freihandelszone der Welt sollen viele Arbeitsplätze entstehen.