Laimer: Es geht darum, dass die Nachbarschaft auch etwas von Investitionsprojekten hat und kein Nachteil daraus entsteht, dass etwas Neues hingestellt wird. Investoren  werden damit verpflichtet in die lokale Infrastruktur zu investieren.

Aber ist das nicht auch nur ein Feigenblatt?

Laimer: Es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, der Investoren klar macht, dass sie nicht alles geschenkt bekommen. Wien ist mittlerweile hochattraktiv für Investoren, so gesehen ändert sich da schon etwas. Wenn man sich das Projekt Intercontinental und den Eislaufplatz anschaut: hoffentlich ist das nur eine Übergangsphase (lacht).

Rauth: Es sind langfristige Lernprozesse in der Stadtentwicklung. Viele Jahrzehnte lang galt Wien als schrumpfende Stadt. Man war froh um Investoren, um jeden, der kam und Geld brachte. Aus dieser Haltung entwickelte sich eine bestimmte Praxis im Verhältnis zueinander. Die Erkenntnis, dass Wien heute eine äußerst attraktive Stadt ist und daher eine starke Verhandlungsposition hat, scheint noch nicht ganz in der Alltagspraxis angekommen zu sein. Grundsätzlich gibt es aber Signale des Umdenkens.