Zusammen größer als Aspern

Zwischen Augarten und rechtem Donauufer liegt der Wiener Nordwestbahnhof. Die zentrale Lage ist für Investoren und Bauträger besonders reizvoll. Noch werden große Teile des 44 Hektar großen Areals als Frachtenbahnhof benützt. Wo jetzt Waggone über die Gleiskörper rollen, sollen ab 2017 jedoch Bagger auffahren. 5.000 neue Wohnungen für etwa 11.800 Einwohner sind bis 2025 geplant. Rund ein Viertel der Fläche soll als Grünraum erhalten bleiben.

Ähnlich geht es dem benachbarten Nordbahnhof. Auch hier entsteht ein neues Stadtviertel. Laut Stadt ist die Bebauung des 85 Hektar großen Geländes mit rund 10.000 Wohnungen und 20.000 Arbeitsplätzen ist bis etwa 2025 vorgesehen. Gemeinsam bieten Nord- und Nordwestbahnhof somit mehr Wohn- und Bürofläche wie die Seestadt Aspern.

Sieben neue Entwicklungsgebiete

Neben diesen Großbaustellen Wiens werden im kommenden Jahrzehnt sieben weitere Areale in den Bezirken Floridsdorf, Liesing, Favoriten und Landstraße bebaut werden, wie Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) bereits 2013 bekannt gab. Geplant sind auf insgesamt 177 Hektar 13.400 - größtenteils geförderte - Wohnungen für bis zu 33.000 Menschen. In Summe haben die sieben Areale die  Größe des Bezirks Wieden.

Auf dem 20 Hektar großen Gebiet in Floridsdorf, wo sich das Gaswerk Leopoldau befindet, sollen künftig 1.000 Wohnungen entstehen. Im selben Bezirk befindet sich das Donaufeld. Auf einem 60-Hektar-Areal sollen in einer ersten Phase dort circa 2.000 Wohnungen für bis zu 5.000 Städter entstehen, insgesamt sind sogar 6.000 Unterkünfte angedacht.

Vassilakou will Wohnraumbedarf übertreffen

In Landstraße wird der Franzosengraben weiterentwickelt. Auf einem 59 Hektar großen Gebiet sind circa 2.500 Wohnungen für 5.000 Menschen vorgesehen. Auch in Favoriten befinden sich zwei Grätzel, die von den Stadtplanern attraktiv gemacht werden sollen: Beim Viola Park sind auf zwölf Hektar rund 800 Wohnungen für 1.800 Menschen vorgesehen. Aufgewertet werden soll auch der Verteilerkreis - vor allem als Bürostandort.

In Liesing nehmen sich die Verantwortlichen das bereits zum Teil bebaute Entwicklungsgebiet In der Wiesen zur Brust, konkret den Ostbereich. Auf 15,8 Hektar könnten bis zu 1.200 Wohnungen für bis zu 3.500 Personen errichtet werden. Auf einem sieben Hektar großen Areal in Atzgersdorf im selben Bezirk sind wiederum bis zu 1.500 Wohnungen für 4.500 Bewohner angedacht.

Mit diesen Wohnprogrammen will die Stadt nicht nur den massiven Bedarf an Wohnraum decken, sondern diesen sogar übertreffen, wie Vassilakou immer wieder betonte. Bleibt zu hoffen, dass die riesigen neuen Wohnviertel die architektonischen und stadtplanerischen Fehler der alten Trabantenstädte nicht wiederholen und zu lebenswerten, vielfältigen Vierteln werden.