• vom 27.02.2018, 17:14 Uhr

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Elektronische Gesundheitsakte

E-Medikation soll weiter ausgebaut werden




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  • Investitionen und Wartungskosten für Ordinationen und Apotheken werden abgegolten.

Wien. (jm) Alle vom Arzt verordneten und von Apotheken rezeptfrei abgegebenen Medikamente auf einem Blick, gespeichert in einer Datenbank. Das ist die sogenannte E-Medikation, die Teil der elektronischen Gesundheitsakte Elga ist. Über diese sollen auch Patienten einen Überblick bekommen. Ziel ist es, unbeabsichtigte Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen zu verhindern - und auch mehr Transparenz zu schaffen. Großen Nutzen versprechen sich Politik und Gesundheitsvertreter vor allem für chronisch kranke oder ältere Menschen, die oft mehrere Medikamente von verschiedenen Ärzten verschrieben bekommen.

Im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark und in Vorarlberg wurde die Datenbank noch recht holprig getestet. Am Dienstag legte Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (F) gemeinsam mit Verantwortlichen des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger und der Ärztekammer aber bereits den Zeitplan für die restlichen Bundesländer fest.


In Vorarlberg arbeiten derzeit 307 Vertragsärzte sowie 37 Apotheken mit der E-Medikation. Im Mai soll die Steiermark dazu kommen, danach Kärnten, Tirol und Salzburg. In den nächsten eineinhalb Jahren soll das System in ganz Österreich ausgerollt werden. Den Abschluss bildet Wien im September 2019.

Aller Anfang ist schwer
"Ich weiß, dass das für alle Berufsgruppen nicht leicht war", sagte Hartinger-Klein. "Und eine Herausforderung für die Ärzte- und Apothekerkammer und natürlich für den Hauptverband." Tatsächlich scheint es noch ein weiter Weg zu sein, bis die elektronische Arzneidatenbank wirklich einwandfrei funktioniert. Die Pilotversuche waren vor allem von Softwareproblemen geprägt. In Vorarlberg, wo man die Datenbank seit Jahresbeginn testweise eingeführt hat, sprechen Apotheker allerdings nur noch von technischen "Kinderkrankheiten". Vor zwei Jahren kam es in Deutschlandsberg noch zu Ausfällen und erheblichen Zeitverzögerungen, was einen Streit zwischen Sozialversicherung und Ärztekammer zum Eskalieren brachte. Und letztlich die bundesweite Einführung der E-Medikation nach hinten verschob.

Auf die Datenbank können Arzt und Patient über die E-Card zugreifen. Mit einer digitalen Liste müssen sich Patienten nicht mehr jedes einzelne Medikament merken und der Arzt sieht, ob diese miteinander harmonieren, damit es nicht zu lebensgefährlichen Wechselwirkungen kommt. Über das Elga-Online-Portal können Patienten außerdem einsehen, wer auf die Daten zugegriffen hat. Die Teilnahme an der Datenbank ist freiwillig, eine Abmeldung ist jederzeit möglich.

Weitere E-Services geplant
Für die Investitionen, die in den Ordinationen und Apotheken notwendig werden, gibt es Geld vom Gesundheitsressort. Die öffentliche Hand stellt zehn Millionen Euro zur Verfügung. Alle Ärzte, die mit dem System arbeiten, auch Wahlärzte, bekommen wie Apotheker als Investitionsabgeltung 1314 Euro. Der Hauptverband zahlt zudem 20 Euro pro Monat zur Abgeltung von Wartungskosten der Software.

Bis Mitte 2018 sollen außerdem Rahmenbedingungen für weitere E-Services erarbeitet werden. Dabei gehe es insbesondere um Rezepte, Transportscheine, den Impfpass und den Mutter-Kind-Pass, die in den nächsten drei bis fünf Jahren ebenso digital umgesetzt werden sollen.




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Dokument erstellt am 2018-02-27 17:17:32


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