• vom 09.03.2017, 19:19 Uhr

Plus Vorsorge

Update: 09.03.2017, 19:29 Uhr

Vorsorgewohnung: Geld für später




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Von Gisela Gary

  • Aktuell gelten Vorsorgewohnungen wieder als gutes Investment und beste Anlageform. Verschiedene Finanzierungsformen und -modelle stehen zur Wahl. In jedem Fall bietet diese Anlageform Sicherheit über Generationen.

Die Lage und die Größe der Wohnungen überzeugte die Anleger - der Skytower am Wiener Hauptbahnhof war in kurzer Zeit verwertet.

Die Lage und die Größe der Wohnungen überzeugte die Anleger - der Skytower am Wiener Hauptbahnhof war in kurzer Zeit verwertet.© Buwog/Stephan Huger Die Lage und die Größe der Wohnungen überzeugte die Anleger - der Skytower am Wiener Hauptbahnhof war in kurzer Zeit verwertet.© Buwog/Stephan Huger

Eine Vorsorgewohnung ist eine Eigentumswohnung, die man vermietet und letztlich die daraus gewonnene Miete als persönliche Vorsorge z.B. im Alter verwendet. Doch neben der Finanzierung muss vorab die Tauglichkeit der Wohnung als Anlage penibel geprüft werden – die zu erwartende Miete, aber auch die bevorstehenden Kosten wie eventuell Haussanierungen etc. Entscheidend sind eine ausgezeichnete Lage, ein guter Grundriss, eine der dem größten Mietermarkt entsprechende Größe und eine hochqualitative und zukunftsgerichtete Bauweise. Die Vorteile: Die Geldanlage in eine Wohnung ist inflations- und krisensicher. Andreas Holler, Geschäftsführer Property Development der Buwog, bestätigt die Lage als wichtigsten Aspekt: "Von den insgesamt 127 Wohneinheiten im Skytower sind nur noch fünf verfügbar, was einem Verwertungserfolg von rund 96 Prozent bei Übergabe entspricht. Das Interesse an Eigentumswohnungen in diesem pulsierenden Stadtentwicklungsgebiet ist enorm, sowohl von Eigennutzern als auch Anlegern." Der Hauptbahnhof zieht Investoren an – Signa errichtet bis Herbst 2018 364 frei finanzierte Eigentumswohnungen, davon 20 Luxus-Apartments, geplant von Architekt Renzo Piano. Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer Signa, erwartet, bis Jahresende bereits ein Drittel verkauft zu haben.
Beteiligung durch Crowdinvesting
Bei dem Projekt Laend Yard errichten JP Immobilien und CA Immo 267 Wohneinheiten. Die Raiffeisen Vorsorge Wohnung, RVW, vermittelt 60 Vorsorgewohnungen. Fast alle Einheiten verfügen über Freiflächen und sind als Zwei- bzw. Drei-Zimmer-Wohnungen mit hochwertiger Ausstattung geplant. Das auf die Finanzierung von Immobilienprojekten spezialisierte Crowdinvesting-Unternehmen Rendity bietet eine Beteiligungsmöglichkeit in Form eines Nachrangdarlehens – mindestens 1.000 Euro – an vorerst vier Wohnungen mit je 40 Quadratmeter Wohnfläche, mit einer Fixverzinsung von drei Prozent jährlich sowie einer anteiligen Beteiligung an der Wertsteigerung. Die geplante Haltedauer der Wohnungen beträgt fünf bis sieben Jahre, danach sollen die Wohnungen verkauft werden. "Mit unserem Angebot ermöglichen wir es den Anlegern, sich bereits mit relativ kleinen Beträgen zu beteiligen, und auch der Zeithorizont ist deutlich kürzer als bei direkten Veranlagungen", erklärt Tobias Leodolter von Rendity.

Finanzierung entscheidet
Großes Interesse an Investitionen in urbane Vorsorge- und Anlagewohnungen mit hohen Renditen und Finanz- und Baurechtsmodellen bestätigt auch eine aktuelle Immobilienstudie von marketagent.com, im Auftrag der Wiener Komfortwohnungen GmbH. Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass die Investition in eine Wohnung als Geldanlage interessant oder sogar sehr interessant ist. Das Finanzierungsmodell erwies sich dabei jedoch als Investitionsentscheidung. Für 81,7 Prozent der Befragten ist ein Baurechtsmodell, das die Gesamtinvestitionskosten z. B. bei einer Anlegerwohnung mit rund 50 Quadratmeter um rund 75.000 Euro verringert, ein ausschlaggebender Faktor für eine mögliche Investition. Bei dem Projekt "Die neue Jägerstrasse 58" werden die Studienerkenntnisse berücksichtigt und es wird auf Baurechtswohnungseigentum gesetzt. "Die finanziellen Vorteile sind enorm, das Modell ist international voll im Trend. Wir wollen mit der Jägerstraße dem österreichischen Anlagemarkt neue Impulse geben", erklärt Alexander Finster, Geschäftsführer der Wiener Komfortwohnungen GmbH.
Markus Ritter, Vorstandsvorsitzender der C&P Immobilien AG, erhob gemeinsam mit dem Immobilien-Portal Findmyhome.at ebenso das Interesse an Immobilien als Anlage: "Die Ergebnisse zeigten deutlich auf, dass die Investition in eine Wohnung als optimale Anlageform gilt. Die drei am häufigsten genannten Gründe für dieses Resultat liegen vor allem in der Eigenschaft der Immobilie als langfristig sinnvolle Investition, in der Sicherheit der eigenen Altersvorsorge und im realen Wert der Immobilie ‚zum Anfassen‘. Des Weiteren war die finanzielle Unterstützung für Kinder, grundbücherliche Sicherheit und Inflationsschutz ausschlaggebend." Der Gedanke der Eigennutzung darf dabei aber nicht im Vordergrund stehen, denn Investoren sehen die Immobilie oft mit den Augen eines Eigentümers. "Das allein ist aber kein Garant für eine gute Vermietbarkeit einer Wohnung, da die Bedürfnisse eines Eigentümers und die Anforderungen des Mietmarkts auseinanderklaffen", erklärt Bernd Gabel-Hlawa von FindMyHome.at. Die aktuelle Entwicklung des Mietmarktes zeigt ganz klar, dass vor allem kleine Einheiten für Singles zwischen 30 bis 45 Quadratmeter die stärkste Nachfrage erfahren, die Leistbarkeit ab 65 Quadratmeter und drei Zimmern aber bei den meisten Mietern nur mehr schwer gegeben ist.

Mittelpreisig am besten
"Am besten fährt man mit guten mittelpreisigen Immobilien. Wenn die Mieten, die man mit einer Vorsorgewohnung erzielen muss, um die angepeilten Erträge zu erwirtschaften, nicht im obersten Preissegment angesiedelt sind, gibt es nur selten Leerstände, die Neu- und Wiedervermietung geht schneller und auch das Wertsteigerungspotenzial ist größer als in besonders teuren Lagen", ist Florian Kammerstätter, Geschäftsführer der oberösterreichischen Consulting Company, überzeugt. Er startete soeben sein zweites Projekt in Wien, "Steinterrassen" mit 70 hochwertige Eigentums- und Vorsorgewohnungen, einen Kindergarten, einen Neubau der bestehenden Polizeiinspektion sowie rund 650 Ordinationsflächen. "Der Vorsorgewohnungsmarkt konzentriert sich zwar fast ausschließlich auf Wien, aber die Käufer kommen aus ganz Österreich. Gerade aus Oberösterreich, woher unser Unternehmen stammt, kommen viele Käufer, die das Potenzial des Standorts Wien sehr schätzen. Oft spielen dann auch andere Motive eine Rolle, etwa eine Wohnung in Wien zu haben, die z.B. irgendwann einmal studierende Kinder nutzen können."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-03-09 19:21:07
Letzte Änderung am 2017-03-09 19:29:27


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