• vom 10.09.2018, 06:00 Uhr

100 Jahre Republik - Chronik


10.9.1945

Begnadeter Harry Pepl




  • Artikel
  • Lesenswert (7)
  • Drucken
  • Leserbrief





Begnadeter Harry Pepl

Begnadeter Harry Pepl© Privataufnahme Begnadeter Harry Pepl© Privataufnahme

Harry Pepl wurde am 10. September 1945 in Wien geboren. Er wuchs mit einem sehr breiten Musikrepertoire auf – seine Tante, bei der er wohnte, hörte nur Opern – der Vater hingegen eher Count Basie, die Großmutter liebte Schrammelmusik. Der Rektor der Musikuni Graz, Otto Kolleritsch, bezeichnete ihn bereits als Student als einen begnadeten Gitarristen und eine Ausnahmeerscheinung. Er spielte schon bald mit internationalen Größen wie Benny Goodman, Dave Holland, Wolfgang Puschnig, Richard Österreicher oder Dino Saluzzi. Aber er war auch bei internationalen Festivals vertreten, u. a. in Montreux, bei den Berliner Jazztagen oder in Saalfelden.

Pepl absolvierte "Klassische Gitarre" an der "Universität für Musik und darstellende Kunst" in Wien. Seine Liebe und Begeisterung für Jazz entwickelte er jedoch ohne weiteren Unterricht. Seine ersten Gigs spielte er mit Harald Neuwirth und dem Sextet von Erich Kleinschuster, bald zählte er auch zur ORF-Bigband. Bekannt wurde Pepl letztlich mit "Pirchner-Pepl-JazzZwio", in dem er mit Werner Pirchner spielte. Ab 1977 unterrichtete er bis 1995 an der "Universität für Musik und darstellende Kunst" in Graz. Mit über 50 lernte er noch Klavier und Schlagzeug. Einer seiner letzten Aussprüche war der Satz "Jetzt, wo ich alles spielen kann, was ich will, darf ich nicht mehr." Er starb mit 60 Jahren in einem Spital in Wiener Neustadt. Er hatte hohen Blutdruck – erwähnte das auch immer, fast wie ein Markenzeichen. Den Blutdruck der Fans beschleunigten seine Konzerte – ohne Pause und immer mit 150-prozentigen Einsatz. Einige seiner Schüler bereitete er auf einen erfolgreichen Karriereweg vor: Wolfgang Muthspiel, Peter Havlicek oder Guido Jeszenszky haben bei ihm studiert.

Information

In unserer Serie "100 Jahre Republik - Chronik" werden die Erinnerungen unserer Republik von 1918 bis 2018 erzählt. Mehr zu dem Thema finden Sie hier.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-07 15:38:08
Letzte Änderung am 2018-09-07 15:40:03



Werbung



100 Jahre Tagebuch

"Die Gemeinheit dieser Zeit" nach dem Ersten Weltkrieg

Holland 1922: Karolina Weiss mit Tochter Luzie. - © privat Wenn ich verhindern will, dass mein Kind verhungert, so wie tausend andere - ... Ich habe Zwillinge gesehen, die meiner Nachbarin... weiter




100 Jahre Tagebuch

Der "Tlapa" musste einmal extra für die Roten vorzeitig aufsperren

- © apa/Hochmuth Es war am Abend des 20. April 1970. Die SPÖ hatte wenige Wochen davor bei den Nationalratswahlen am 1. März den ersten Platz errungen... weiter




Scroll Story

Heldenplatz - Bühne der Republik

20180312HEldenplatz - © WZ-Grafik, Irma Tulek Hier geht es zur Scroll Story Im Grunde ist er ein Provisorium. Eine sprichwörtliche österreichische Lösung... weiter





100 Jahre Republik

Das Tagebuch zu 100 Jahren Republik

100 Jahre Republik Tagebuch Am 12. November 1918 wurde auf der Rampe des Parlaments in Wien die Gründung der Republik Österreich ausgerufen. Ein besonderer Anlass... weiter




Andrea Wenig

Von der unglücklichen Nonne zur guten Mutter

Maria Nicomeda 1937. - © privat Eine Nonne des Ordens "Göttlicher Erlöser", hatte ihre Profess am 28. 8. 1934. Ihr neuer Name war Schwester Maria Nicomeda... weiter




Konrad Paul Liessmann

Das Ende eines Weltrevolutionärs: ein österreichisches Erweckungserlebnis in Leipzig

- © apa/Neumayr/mmv Es wohnten, ach, zwei Herzen damals in meiner Brust. Wir sprechen vom sagenumwitterten Deutschen Herbst 1977, den ich bei einer Freundin in Leipzig... weiter






Werbung