• vom 09.11.2018, 05:45 Uhr

100 Jahre Republik - Chronik


10.11.1978

Theo Lingen stirbt in Wien




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Theo Lingen stirbt in Wien

Theo Lingen stirbt in Wien© ÖNB Theo Lingen stirbt in Wien© ÖNB

Wer erinnert sich nicht an den originellen Mittelscheitel von Theo Lingen? Der 1903 in Hannover geborene Schauspieler, Regisseur und Buchautor spielte sich buchstäblich in die Herzen der Wiener, vor allem in Filmen mit Heinz Rühmann und Hans Moser. Seine näselnde Stimme – und sein unglaublicher Mittelscheitel – waren seine Markenzeichen. Theo Lingen besuchte das Gymnasium, das er jedoch abbrach. Schon an der Schule war er begeistert beim Schülertheater dabei. Dort wurde auch sein Talent entdeckt – als Komiker und als sehr pointierter, marionettenhafter Darsteller. Er schaffte quasi von der Schule weg den Sprung auf die Bühne. 1928 heiratete er die Sängerin Marianne Zoff, die erste Ehefrau Bertolt Brechts. Auch wenige ernste Rollen spielte Lingen – wie z. B. "Das Testament des Dr. Mabuse". Doch ab den 30er-Jahren war er nur noch in komischen Rollen zu sehen. 1946 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Er zog mit seiner Frau nach Strobl am Wolfgangsee, wo er bis 1960 lebte. Zwischendurch zog er für einige Jahre nach Wien, in dieser Zeit lernte er Paul Hörbiger kennen. Sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt blieb Österreich, auch am Wiener Burgtheater war er in vielen Charakterrollen zu sehen. Am 30. Dezember 1971 spielte er das letzte Mal – allerdings in Hamburg.

Die Liste der Filme, in denen Lingen mitwirkte, ist unendlich lange – er führte Regie, war aber auch als Moderator gemeinsam mit Hans Rosenthal der Show "Schlagerfestival" zu sehen. In Strobl gibt es zur Erinnerung an Lingen seit 2006 eine von der Künstlerin Eva Mazzucco gestaltete Skulptur, die auf dem eigens benannten Theo-Lingen-Platz aufgestellt wurde. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Zentralfriedhof in Wien.

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In unserer Serie "100 Jahre Republik - Chronik" werden die Erinnerungen unserer Republik von 1918 bis 2018 erzählt. Mehr zu dem Thema finden Sie hier.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-11-07 15:02:28
Letzte Änderung am 2018-11-07 15:03:58



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