Stefan László, Burgenlands erster Diözesanbischof  - © ÖNB / Winkler
Stefan László, Burgenlands erster Diözesanbischof  - © ÖNB / Winkler

Stefan László gilt als Motor und Baumeister der Diözese Eisenstadt und wesentlicher Identitätsstifter für das heutige Burgenland. Er setzte sich stets für Minderheiten ein, vor allem für die den burgenländischen Kroaten und Ungarn, aber auch für die Lehrerausbildung und die Förderung junger Wissenschaftler. László initiierte zahlreiche Neubauten, Adaptierungen, Renovierungen zentraler Einrichtungen für Bildung, Soziales und Verwaltung als auch Kirchen, Pfarrhöfe und Pfarrheime. Stefan László kam in den letzten Jahren der Donaumonarchie, am 25. Februar 1913, auf die Welt. Nach dem Zerfall des Königreiches Ungarn kehrte die Mutter mit ihrem Sohn, der Vater war im Krieg gefallen, in ihre Heimatgemeinde Trausdorf zurück. Als Österreicher wuchs Stefan László dreisprachig auf – ungarisch, kroatisch und deutsch. Nach dem Gymnasium in Eisenstadt und Fichtnergasse in Wien trat er ins "Erzbischöfliche Knabenseminar" in Hollabrunn ein, dort absolvierte er die Matura. Nach seinem Theologiestudium und dem burgenländischen Priesterseminar wurde er am 19. Juli 1936 zum Priester geweiht. 1937 promovierte er, anschließend absolvierte er in Rom das Studium "Kanonisches Recht". Er erarbeitete bis in die 50er Jahre in der Apostolischen Administratur in Eisenstadt.

Am 20. September 1956 wurde er zum Titularbischof von Metellopolis ernannt. Am 11. November 1956 erhielt er die Konsekration – die heilige Weihe – durch den Apostolischen Nuntius Erzbischof Giovanni Dellepiane im Eisenstädter Martinsdom und war somit der erste Diözesanbischof des Burgenlandes – bis 1992.

Zweijährlich wird seit 1988 von der "Bischof DDr. Stefan László Gesellschaft" der "Bischof-László-Preis" an junge Wissenschaftler verliehen, die sich mit dem Zusammenleben der Völker in Mitteleuropa, der Geschichte des Raumes des heutigen Burgenlandes sowie dem Wirken und Werden laienapostolischer Gruppen befassen. 1988 fand auch der zweite Pastoralbesuch Papst Johannes Pauls II. in Österreich statt, dabei besuchte dieser auch die Diözese Eisenstadt. László feierte ihm zu Ehren eine von vielen Menschen besuchte Messfeier in Trausdorf. Am 8. März 1995 starb Stefan László in Eisenstadt, sein Grab befindet sich in der Krypta im Dom.