• vom 10.01.2018, 00:07 Uhr

100 Jahre Republik - Chronik


10.1.1987

Ein Abriss erregt die Wiener Gemüter




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Ein Abriss erregt die Wiener Gemüter

Ein Abriss erregt die Wiener Gemüter© ÖNB US 12.800/1 Ein Abriss erregt die Wiener Gemüter© ÖNB US 12.800/1

Einst stand am Stephansplatz das Teppichhaus Philipp Haas & Söhne. Ein prunkvoller Bau, der im Stil des Historismus von den Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll errichtet wurde. Nachdem das Gebäude im April 1945 von Nazitruppen in Brand gesetzt worden war, folgte 1951 ein schlichter Nachkriegsbau von Carl Appel und Max Fellerer. Dieser erschien vielen Wienern an so prominenter Stelle ziemlich unpassend. Dennoch sorgte dessen Abriss am 10. Jänner 1987 bei vielen für Entsetzen. Viele fürchteten, dass der prominenteste Platz der Stadt verschandelt würde. Es wurde sogar die Aufstellung einer 1:1-Attrappe eingefordert, um sich von der befürchteten Verschandelung ein Bild machen zu können.

Das heutige "Haas Haus", das von dem Architekten Hans Hollein nach dem Abriss errichtet wurde spaltete mit seinen extremen Kontrasten zum gegenüberliegenden Stephansdom daraufhin erwartungsgemäß die Geister. In der Zwischenzeit dürften sich allerdings die meisten Wiener mit dem Bau versöhnt haben. Schließlich wurde es zu einem Symbol des modernen und weltoffenen Wien, das sich schon längst vom Kaiserzeit-Romantizismus gelöst hat.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-08 14:08:39
Letzte Änderung am 2018-01-08 16:03:37



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