Der "Steffl" in vollem Glanz. Das Dach wurde auch durch viele Spenden finanziert. - © bb Wlkölk
Der "Steffl" in vollem Glanz. Das Dach wurde auch durch viele Spenden finanziert. - © bb Wlkölk

In den Jahren 1950 bis 1954 war ich in Rom in der Deutschen Schule. Sie war damals nach dem Krieg gerade neu eröffnet worden. Anlässlich seines Besuches bei Papst Pius XII. war der Wiener Kardinal Theodor Innitzer am 8. September 1952 bei uns zum Abendessen geladen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch über den Wiederaufbau des Stephansdomes gesprochen, der in den letzten Kriegstagen schwer beschädigt worden war. Neben der Pummerin wurden auch der 500 Jahre alte Dachstuhl, die Orgeln, das mittelalterliche Chorgestühl und das Gewölbe des Mittel- und Süd-Chores zerstört.

Im Rahmen der legendären "Dachziegelaktion" wurden Spenden für die Neueindeckung des Daches gesammelt. Für fünf Schilling konnte jeder symbolisch einen Dachziegel kaufen.

Ich beschloss daher, in der Schule und bei Bekannten zu sammeln. Als Innitzer im Jahr darauf wieder in Rom war, besuchte ich ihn im November in der Deutschen Kirche "Santa Maria dell’ Anima". Als ich ihm die gesammelte Spende in Höhe von 45.000 Lire überreichte, zeigte er sich sehr gerührt. Damit konnten beinahe 200 Ziegel gekauft werden. Schließlich besuchte ich den Kardinal nochmals im Mai 1954 in Wien und konnte wieder einen Spendenbetrag überbringen.

Dr. Rudolf Krippl-Redlich (Jg. 1939),

Pensionist,

1190 Wien